SPÖ liegt weiterhin deutlich vorn

Mit seinen Forderungen nach Reichensteuer und Abschaffung der Wehrpflicht punktet Faymann. Die Volkspartei leidet unter den Korruptionsaffären.

Sophie Karmasin, Karmasin Motivforschung

Die SPÖ gewinnt weiter an Boden und hat erstmals seit Anfang des Jahres wieder 30 Prozent Zustimmung erreicht. Ihre Forderungen nach Einführung einer Vermögensteuer und nach Abschaffung der Wehrpflicht kommen offenbar gut an. Hilfreich ist auch der Umstand, dass die SPÖ nicht in den Skandal rund um die Telekom verwickelt zu sein scheint. Die Korruptionsaffären machen dagegen der ÖVP zu schaffen. Auch der Rücktritt des ehemaligen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel hat nicht den erhofften Befreiungsschlag gebracht. Trotz aller Beteuerungen, dies sei kein Schuldeingeständnis, sehen das viele Bürger anders. Dass die Volkspartei keineswegs im Aufwind liegt, bestätigt auch der Rücktritt von Christine Marek als Wiener ÖVP-Chefin. Die FPÖ hat sich vom Wirbel um Uwe Scheuch noch nicht erholt. Die Grünen profitieren vom sauberen Image, bleiben aber auf dem gleichen Niveau.

Die SPÖ liegt weiter vorn. Würde am Sonntag der Nationalrat gewählt, kämen die Sozialdemokraten laut der vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin Motivforschung monatlich durchgeführten Umfrage auf 30% (plus ein Prozentpunkt), ein Wert, der zum letzten Mal im Jänner 2011 erreicht wurde. Der Abstand zwischen SPÖ und ÖVP vergrößert sich: Die ÖVP verlor einen Prozentpunkt und kommt auf 22%. FPÖ und Grüne liegen im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 24% bzw. 15%. Das BZÖ sank von 5% auf 4%.