„Feuchtgebiete”: Verfilmung des Bestsellers von Charlotte Roche

Analfissur, Sex mit Gemüse, verbale Provokation: In der Verfilmung von Charlotte Roches Bestseller „Feuchtgebiete” müht sich Hauptdarstellerin Carla Juri redlich ab, kann aber nicht über die fehlende Handlung hinwegtäuschen.

Für die Kinoadaption von „Feuchtgebiete“, Regie führte der junge Filmemacher David Wnendt, wurden die zum Teil drastischen Schilderungen aus dem Intimleben der Helen Memel (gespielt von Carla Juri) einem jungen Publikum maßgeschneidert, das bei Erscheinen des Romans von Charlotte Roche wohl noch zu jung dafür war.

Vermeintliche Ekelbilder
Gedreht wurde in den abgewrackt-schicken Vierteln Berlins, auf den Tanzflächen und Toiletten der angesagten Clubs, in ehemaligen Schwimmbädern und U-Bahnstationen. Während die Hauptdarstellerin mit vollem Körpereinsatz noch versucht, über die fehlende Handlung hinwegzutäuschen, verliert sich „Feuchtgebiete“ in einer Aneinanderreihung und Zurschaustellung vermeintlicher Ekelbilder zwischen Analfissur und –verkehr, Sex mit Gemüse und gezielter verbaler Provokation.

+++ „Die Menschen haben den Kontakt zu ihrem tierischen Ich verloren“ - profil-online-Interview mit Charlotte Roche +++

Am Ende ist die Abwesenheit elterlicher Zuneigung Schuld an der adoleszenten Misere – und Helen Memel wohl die Mutigste, Lauteste und Krasseste der ganzen Schulklasse. Mission gelungen, Frau Roche.

Österreich-Kinostart: 23. August.

Philip Dulle