Fragen Sie Frau Erna!

Die profil-Lebenshelferin in allen Lagen hat es heute wieder mit kniffligen Problemen zu tun.

Unwürdige!
Man sagte mir, du seist die Richtige, mir bei einem Problem zu helfen: Ich bin mit meiner Barthaar-Tönung sehr unglücklich. Erstens stand „Ebenholzschwarz“ auf der Packung, aber geworden ist es bestenfalls ein „Verrußte-Feuerstelle-Schwarz“. Nun habe ich zwar nach Pakistan auch gleich L’Oréal den Krieg erklärt, aber gegen die Sprödheit und die gespaltenen Spitzen hilft mir das auch nichts. Ich habe es auch schon mit Perrier statt unserem leider recht harten Brunnenwasser probiert – hat auch nichts gebracht. Nur damit das klar ist: Ich möchte von euch Ungläubigen nicht nur Spanien, sondern auch meinen seidigen Glanz zurück! Und zwar vor meinem nächsten Videoauftritt! Ich will schließlich nicht, dass ich verrissen werde wie Britney Spears! Und falls doch, werde ich euch mit der Hilfe des Allmächtigen leider zu Staub zerschmettern müssen.
O. B. L.
(nach Diktat verreist)
(Anm.: Name der Red. bekannt)

Sehr geehrter Herr B. L.,
das mit Ihrem Bart tut mir wirklich sehr leid. Und zu allem Überfluss hat man Sie auch noch über meine Expertenschaft auf diesem Gebiet falsch informiert. (Unter uns: Wenn mir das mein Geheimdienstchef macht, ist er einen Kopf kürzer!) Mit Ihrem Haarproblem wären Sie nämlich bei einem Frauenmagazin sicherlich besser aufgehoben. Ich kann Ihnen nur sagen, was ich immer mache, wenn ich mit meinem Haar nicht zufrieden bin: eine Bierspülung. Ich weiß aber natürlich nicht, ob das für Sie auch das Richtige ist. Wenn es also nicht klappen sollte – gehen Sie nicht gleich in die Luft.
Toi, toi, toi
Frau Erna

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Sehr geehrte Frau Erna!
Ich möchte Ihre viel gelesene Seite zu einer Klarstellung in eigener Sache nützen, wenn ich darf. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Folgendes in Ihrer Zeitschrift abdrucken könnten: Ich, Herwig van Staa, erkläre hiemit ausdrücklich, den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer nicht „Schwein“ genannt zu haben. Falls ich ihn beleidigen hätte wollen, hätte ich nämlich viel eher das Wort ***’###@’’’ verwendet. Oder von mir aus ]}\}\´´´´©©. Und ein @@^^µµµ#’#’’ ist er natürlich auch. Aber Schwein? Niemals würde ich so was sagen!
Herzlichen Dank im Voraus!
Herwig van Staa
P. S.: Und der Dinkhauser ist auch eines!

Lieber Herr van Staa!
Ich denke, damit dürften nunmehr alle bedauerlichen Missverständnisse endgültig aus der Welt geschafft sein.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Frau Erna

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Liebe Frau Erna!
Mir ist zu Ohren gekommen, ein österreichischer Politiker hätte mich beleidigt. Damit hab ich ja an sich kein Problem, eure Benita Ferrero-Waldner konnte ja auch ganz schön losledern, wenn die Perlenkette mal abgelegt war. Aber vielleicht können Sie mir Folgendes beantworten: Kann man diesen Herrn van Staa eigentlich ernst nehmen?
Mit freundlichen Grüßen
Joschka Fischer

Sehr geehrter Herr Fischer!
Natürlich. Man kann auch Suppe mit der Gabel essen. Oder im Winter barfuß gehen. Oder Florian Silbereisen irgendwie sexy finden. Das geht schon – man muss es nur ganz fest wollen.
Mit freundlichen Grüßen
Frau Erna

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Sehr geehrte Frau Erna!
Ich möchte mich mit einem sehr delikaten Problem, das Ihre absolute Diskretion erfordert, an Sie wenden. Lassen Sie es mich in aller Kürze so sagen: Ich hasse Fußball! Ich kann die Spieler, diese schlecht riechenden Proleten, nicht ausstehen und ebenso wenig die Zuschauer, weil die sind nämlich meistens Proleten und riechen schlecht. Jetzt wäre das zwar an sich nicht weiter schlimm – wenn ich nicht Präsident des Fußballbundes wäre. Es ist ja fast noch ein Segen, dass wir nie gewinnen, denn sonst wäre ich möglicherweise einmal gezwungen, in die Kabine zu gehen, um der Mannschaft zu gratulieren. Und dort würde es sicher fürchterlich riechen. Was soll ich nur machen?
Hochachtungsvoll
Friedrich Stickler

Sehr geehrter Herr Stickler,
zuallererst darf ich Sie, was die Diskretion betrifft, vollkommen beruhigen: Wir brauchen uns da nicht großartig was antun – man sieht Ihnen Ihr Problem sowieso sofort an. Nun ist es aber ja zum Glück so, dass es noch andere Sportarten gibt, in denen einiges an Aufbauarbeit zu leisten wäre. Dem Vernehmen nach liegt zum Beispiel im österreichischen Schneepolo manches im Argen. Nur so eine Idee.
Hipp, hipp, hurra!
Ihre Frau Erna

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Liebe Frau Erna,
wie Sie möglicherweise wissen, habe ich in der Beliebtheitsskala der Politiker einen drastischen Absturz hinnehmen müssen. Jetzt frage ich Sie: Können Sie sich das erklären? Und möchten Sie vielleicht gerne einmal mit mir frühstücken?
Enttäuscht
Andrea Kdolsky

Liebe Frau Kdolsky!
Nein, wirklich nicht. Und nein, wirklich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Frau Erna