Wahl in Frankreich: Stimmenfang am rechten Rand

Sowohl der amtierende französische Präsident ersten Durchgang der Präsidentenwahl direkt an die Wähler der rechtsextremen Kandidatin der "Front National", Marine Le Pen, gewendet. Le Pen, die 18 Prozent der Stimmen erhielt, weigerte sich, an ihre Sympathisanten eine Empfehlung für die zweite Runde zu richten.

"Es gibt Wähler, die diese Stimme des Zorns gewählt haben. Es sind jene, die ich anhören will", betonte Hollande, der mit 28,6 Prozent der Stimmen in Führung liegt. Der sozialistische Kandidat betonte seine Absicht, die "populären Klassen", die sich seit den 1980er Jahren in die extremen Rechte geflüchtet haben, zurückzuerobern.

"Den Fabrikarbeitern, Pensionisten, Jungen, die nicht mehr wissen, an wen sie sich wenden sollen, und die in die falsche Richtung der extremen Stimme gegangen sind, muss ich sagen: Wir werden uns gemeinsam wieder erheben", betonte Hollande bei einer Wahlveranstaltung im westfranzösischen Quimper in der Bretagne.

Sarkozy, der es auf 27,2 Prozent der Stimmen brachte, betonte: "Wir haben diese Wähler gehört, und unsere Art sie zu respektieren besteht darin, ihnen mit präzisen Handlungen zu antworten." Der amtierende Präsident, der unbedingt den größtmöglichen Anteil der FN-Stimmen braucht, um sich im Elysee-Palast zu halten, versicherte den Wählern Le Pens bei einer Wahlkampfveranstaltung im westfranzösischen Tours seinen "Respekt".

Laut am Sonntagabend veröffentlichten Meinungsstudien werden sich höchsten zwei Drittel der FN-Wähler bei der Stichwahl auf die Seite Sarkozys schlagen. Dieser würde aber "zumindest 80 Prozent" benötigen, um ein zweites Mandat im Elysee-Palast zu erobern, analysierte der Politologe Pascal Perrineau. "Für mich befinden sich Nicolas Sarkozy und Francois Hollande seit langem auf derselben Linie in Bezug auf Themen, die mir als wesentlich erscheinen", betonte die FN-Chefin Marine Le Pen und fügte hinzu: "Ich glaube nicht mehr an die Aufrichtigkeit von Nicolas Sarkozy."

(APA/Red)