Generika: Billige Pillen

Österreich kurbelt per Gesetz den Absatz von Imitat-Arzneien an. Profiteure: die Patienten und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein.

Sie haben idente Inhaltsstoffe, die gleiche Wirkung wie Markenprodukte und sind dennoch nicht kostspielig: Generika sind preisgünstige Imitate von Originalmedikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Seit geraumer Zeit boomen diese Produkte in der EU. Immer mehr Ärzte verschreiben Generika, meist auf Basis entsprechender Gesetzesvorlagen. In Deutschland etwa und den Niederlanden beträgt der Anteil der Generika am Gesamtmarkt rezeptpflichtiger Medikamente bereits rund 40 Prozent, in Dänemark sogar 60 Prozent. Auch in Österreich soll demnächst ein neues Medikamenten-Sparpaket – die so genannte 61. ASVG-Novelle – den Generika-Absatz gehörig ankurbeln. „Bisher ist in Österreich nicht viel für die Generika-Förderung getan worden“, meint Wolfgang Andiel, Manager beim Generika-Hersteller Sandoz, einer Tochter des Pharmakonzerns Novartis. Das ändert sich nun. Die Novelle, sie tritt voraussichtlich im Frühjahr in Kraft, soll dafür sorgen, dass der Generika-Anteil am verschreibungspflichtigen Arzneimarkt von elf auf 20 Prozent ansteigt. Dabei soll eine gezielt gesteuerte Maßnahme den Absatz pushen: Die Rezeptgebühr für Generika wird laut Novelle von 4,25 auf 2,85 Euro gesenkt. Gewinner der neuen Generika-Ära: die Patienten, die Krankenkassen und die elf Anbieter nachgebauter Medikamente in Österreich, darunter international tätige Konzerne wie Sandoz, Hexal und Ratiopharm. Und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein.

Der Politiker ist über die Bartenstein Holding GmbH indirekt am größten Generika-Konzern in Österreich beteiligt. Dieser umfasst die beiden steirischen Hersteller Gericon Pharma GesmbH und Lannacher Heilmittel GesmbH, die gemeinsam über 30 Prozent des österreichischen Generika-Marktes abdecken. Und von Frau Bartenstein gemanagt werden.