Geschäftsklima: Stimmungsdrücker Euro

Auch das Vertrauen der US-Verbraucher bricht ein.

Dass der starke Euro auf die Stimmung in der Wirtschaft drückt, ist unübersehbar. Der Index des Münchner Ifo-Instituts, der das deutsche „Geschäftsklima“ – also die Erwartungen der Unternehmungen – misst, ist im Februar überraschend zum ersten Mal seit zehn Monaten gesunken. Dies wird vornehmlich auf die Probleme in der Exportwirtschaft und die Auswirkungen zurückgeführt, die diese auf die übrige Wirtschaft haben.

EZB-Direktor Issing wertet den Ausschlag nach unten in der Kurve des Wirtschaftsvertrauens (sie zeigt sich auch in anderen europäischen Ländern) als „ganz normales Phänomen in einer solchen konjunkturellen Phase“. Andere zweifeln bereits wieder am Aufschwung, zumal die europäischen Konsumenten, von denen man sich noch vor drei Monaten eine kräftige Nachfragebelebung erwartet hatte, einfach störrisch sparen. Vielfach wird der Ruf nach Leitzinssenkung, der von verschiedenen Politikern zu hören war, als Reaktion auf diesen Stimmungsrückschlag gewertet. In Österreich hatte besonders Kammerpräsident Christoph Leitl eine Zinssenkung gefordert.

Amerikanische Indizes belegen, dass auch das Vertrauen der US-Verbraucher, das bislang unverwüstlich schien, im Februar überraschend stark eingebrochen ist, was auf die schleppende Erholung des Arbeitsmarktes zurückgeführt wird. Zuletzt ist die Arbeitsmarkterholung ganz zum Stillstand gekommen.