Geschichte-Erzähler

John Gudenus & Siegfried Kampl im historischen Privatissimum.

Gudenus: Das alles wär ja gar net passiert, wenn uns der Pole net angriffen hätt.
Kampl: Geh, John! Du hast echt keine Ahnung.
Gudenus: Wieso net?
Kampl: Der Tito war do ka Pole nit.
Gudenus: Dabei, wenn ma’s genau nimmt, dann war das Ganze eigentlich sowieso nur a Vorwegnahme der EU. Benelux, Frankreich, Osterweiterung – und nur, weil’s von uns Deutschen kommen is, waren alle dagegen.
Kampl: So geht’s uns Deitschkärntnern immer no.
Gudenus: Und der Amerikaner, ja? Was hat sich der brauchen einmischen?
Kampl: Na ja, i hab glaubt, dings, wegen de Chineser, nit?
Gudenus: Japaner.
Kampl: Is doch dosselbe! Kennst du de leicht ausanaund? Und dass sie de wehren, wenn ihna da Ami a Atombomben am Schädl haut, is doch logisch.
Gudenus: Und die Gschicht mit den Juden, die stimmt ja überhaupt net.
Kampl: Wie, die ham gar nit gratis mitn Zug fahren dürfen?
Gudenus: Doch, das schon. Und während unsere Landser tapfer die Heimat gegen den Bolschewismus verteidigt ham, sind sie in ihren Feriencamps gsessen und ham si’s vielleicht gut gehen lassen. Das sollt man physikalisch und wissenschaftlich noch überprüfen.
Kampl: Wahrscheinlich war’s besser so, sunst wären de a noch desertiert.
Gudenus: Na ja. Jedenfalls war net alles schlecht damals, oder?
Kampl: Und drum war dos auch so entsetzlich ungerecht, diese brutale Naziverfolgung nach dem Kriag.
Gudenus: Genau. Und weißt, was das Furchtbarste is?
Kampl: Wos denn?
Gudenus: Sie is immer no net aus.