Giftmord an Palästinenserführer in Dubai: Profi-Killer telefonierten mit österreichischen Handys

Ein Auftragsmord versetzt die arabische Welt in Aufruhr: Am 19. Jänner war in einem Hotel in Dubai Mahmud al-Mabhuh vergiftet worden – ein hochrangiger Führer der radikalen Palästinenserorganisation Hamas. Die Tat wurde vermutlich von einem elfköpfigen, hochprofessionell agierenden Killerkommando begangen, dessen Mitglieder mit gefälschten Pässen aus verschiedenen europäischen Ländern in die Vereinigten Arabischen Emirate eingereist waren. Sicherheitsexperten vermuten, dass sie im Dienst des israelischen Geheimdienstes Mossad standen.

Wie profil online exklusiv in Erfahrung bringen konnte, wird im Zusammenhang damit nun auch in Österreich ermittelt. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber profil online.
Der Hintergrund: Um miteinander zu kommunizieren, hatten sich die Killer mindestens sieben österreichischer Wertkartentelefone bedient – allesamt mit Nummern, die T-Mobile zugeordnet werden können, zum Beispiel 0043-676-50275XX oder 0043-676-43102XX (Anm.: die Endziffern wurden von profil online aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht).

Bereits im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Mumbai im Dezember 2008 war im Handy eines Attentäters eine österreichische SIM-Karte sichergestellt worden. Sie stammte aus einem Rufnummernpaket, das über Belgien ins Ausland verkauft worden war.
Ob die mutmaßlichen Auftragsmörder von Dubai auf ähnlichem Weg an ihre T-Mobile-Nummern herangekommen sind, wird derzeit überprüft. T-Mobile wollte auf Anfrage von profil online keine Stellungnahme abgeben.