Steuervermeider Grasser

Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser dürfte sich in der Vergangenheit einen besonderen Steuervorteil zunutze gemacht haben.

Nach profil vorliegenden Informationen hat Grasser in den neunziger Jahren an einem so genannten Verlustbeteiligungsmodell partizipiert. Konkret war Grasser als stiller Gesellschafter am „How to spend it Zeitschriften Verlag“ beteiligt. Die Gesellschaft war damals Teil des Radda & Dressler-Verlags und ist mittlerweile in der Styria-Mediengruppe aufgegangen. Über das Verlustbeteiligungsmodell wurde unter anderem ­Kapital für Neugründungen wie das „Wirtschaftsblatt“ eingesammelt. Die ­Anfangsverluste konnten die Zeichner steuerlich absetzen. Grasser hat laut profil-Recherchen zuletzt im Jahr 2004 – also in seiner Zeit als Finanzminister – einen geringen Betrag aus dieser Position als steuer­mindernden Verlust geltend gemacht. Die umstrittenen, aber legalen Steuervermeidungsmodelle wurden früher im großen Stil von Anlageberatern vertrieben. Ab Ende der neunziger Jahre wurden die Regeln für Verlustabschreibungen allerdings verschärft und dieses Steuerschlupfloch damit geschlossen.

Grasser wollte sich auf profil-Anfrage nicht äußern.