Grüne: „Sie wären die Richtige für mich“

Schaffen die Grünen den Einzug in den Landtag, wäre dies vor allem Eva Glawischnigs Verdienst.

FPÖ: 5,26 Prozent. ÖVP: 10,53 Prozent. SPÖ: 21,05 Prozent. Die Grünen: 63,16 Prozent!

Die 7A des Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums in Klagenfurt hat bereits gewählt. Zuvor hatten die Schüler zwei Stunden lang mit FPÖ-Obmann Martin Strutz, SPÖ-Landesrätin Gabriele Schaunig-Kandut, dem ÖVP-Jugendkandidaten Stephan Tauschitz und Grünen-Vizechefin Eva Glawischnig über Ganztagsschule, Postenschacher und Ortstafeln diskutiert.
Ein 7A-Ergebnis wird sich für die Grünen am 7. März nicht ausgehen. „Es wäre eine echte Sensation, wenn wir wirklich in den Landtag kämen“, meint Glawischnig.

Die Stimmung für die grünen Wahlkämpfer im Haider-Land ist nicht schlecht. Am Klagenfurter Benediktinermarkt bekennt ein Standlbesucher: „Zuerst habe ich ÖVP gewählt, dann SPÖ, dann FPÖ. Jetzt habe ich von denen genug. Ich wähle die Grünen.“ Eine ältere Dame drückt im Vorbeigehen beide Daumen.

Im nahen Gasthaus „Pumpe“ wird Glawischnig mit Komplimenten überhäuft. „Sie wären genau die Richtige für mich“, flötet einer hinter dem Bierglas hervor. „Ja, ja“, grummelt Glawischnig, ob der ständigen Bratereien schon etwas genervt, drückt ihm einen Folder in die Hand und wandert zum nächsten Tisch.

Auch beim Biobauern in Liebenfels glänzt Glawischnig. Die Tochter eines Gast- und Landwirts wählt sogleich die richtige Einstiegsfrage: „Wie viel Hektar haben Sie denn?“
Eva Glawischnig ist der Star der Kärntner Grünen – obwohl sie eigentlich nur die Nummer 22 der Landesliste ist. Der offizielle Spitzenkandidat heißt Rolf Holub. Im Brotberuf ist er Kabarettist – und man merkt’s. Holub beim Firmenbesuch im Plattenwerk Funder in St. Veit: „Hier gibt’s ja auch Montage-Arbeiter. Die arbeiten nur montags.“ Auf die Frage, wie lange man denn Zeit habe, antwortet Holub: „Bis zum 8. März!“

10-Prozent-Hürde. Rund 8500 Stimmen benötigen die Grünen, um im Wahlkreis Klagenfurt-Stadt/Land – nur hier erscheint dies realistisch – die 10-Prozent-Hürde zu überspringen und das Grundmandat zu erringen. Landesweit liegen die Grünen laut OGM-Umfrage bei rund sechs Prozent, im Klagenfurter Ballungszentrum jedoch bereits bei neun Prozent.

Die Kärntner Genossen verfolgen die Aktivitäten der Öko-Partei mit Skepsis. „Der Feind steht in Kärnten rechts“, fordert ein SP-Funktionär am Klagenfurter Alten Platz die Grünen-Schar zu mehr Kooperation auf. Ein grüner Jungspund erwidert forsch: „Die SPÖ ist in Kärnten ja selber Mitte-rechts.“

In der letzten Legislaturperiode hatte die SPÖ mehrere Anträge zur Senkung der 10-Prozent-Klausel eingebracht. „Die wurden als Begräbnis erster Klasse entsorgt“, so SP-Landesrätin Schaunig-Kandut. „Es war SPÖ-Klubobmann Adam Unterrieder, der eine Absenkung schlussendlich nicht wollte. Wir wären dazu bereit gewesen“, meint hingegen FPÖ-Chef Strutz.

Eindeutig war nur die Position der ÖVP: Diese war klar für die Beibehaltung des Status quo. Besonderer Hardliner in dieser Frage: ÖVP-Klubobmann Klaus Wutte – der Onkel von Eva Glawischnig.