Gutachter im Fall Meinl wird abberufen:
Meinl Bank erwirkt Absetzung Havraneks

Knalleffekt im Fall Meinl: Der vom Wiener Staatsanwaltschaft Markus Fussenegger beauftragte Sachverständige Thomas Havranek wurde von Richterin Bettina Deutenhauser mit sofortiger Wirkung abberufen. Begründung: Befangenheit.

Das Gericht leistete damit einem Vorbringen der Meinl Bank Folge. Diese hatte bereits im Februar einen Ablehnungssantrag gestellt, der damals noch von der Staatsanwaltschaft abgelehnt wurde, was wiederum eine Beschwerde bei Gericht nach sich zog. Havranek sollte für die Staatsanwaltschaft Wien die strafrechtlich möglicherweise relevanten Hintergründe der Wertpapierrückkäufe bei Meinl European Land (heute Atrium European Real Estate) aufarbeiten, das Gutachten sollte in Kürze vorliegen.

Der Vorwürfe der Befangenheit gründet sich auf einem Gastkommentar Havraneks im „Wirtschaftsblatt“ vom September 2007, in welchem er sich durchaus kritisch mit den Vorgängen in und um MEL auseinander setzte. Die Staatsanwaltschaft Wien will gegen die Abberufung Rechtsmittel ergreifen, die Causa dürfte damit vor dem Obersten Gerichtshof landen.

Von Michael Nikbakhsh