Haben Sie eine Verlegung der Feiertage mit der Kirche abgestimmt, Herr Neumayer?

Der Vorstoß der Industriellenvereinigung, Donnerstag-Feiertage fürderhin auf Freitage zu verlegen, kam doch etwas überraschend.

Dass dieser ausgerechnet aus den Reihen der – traditionell der Kirche nahestehenden – ÖVP gewagt wurde, hätten wohl die wenigsten erwartet. Ob das mit der Kirche akkordiert war? „Nein“, sagt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV). „Als Katholik hatte ich nicht im Sinn, kirchliche Feiertage zu streichen.“ Vielmehr ginge es darum, in herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten, Vorschläge zu machen, wie Beschäftigung erhalten und geschaffen werden kann. Dass diese auf wenig Gegenliebe stoßen würden, war absehbar. Der ÖGB schrie – wenig überraschend – laut auf, und die Hoteliersvereinigung wies auf die Bedeutung der verlängerten Wochenenden für den österreichischen Tourismus hin. Ganz zu schweigen von der Bischofskonferenz, die den Vorschlag als „komischen Etikettenschwindel“ abtat. Mit seiner Idee müsste Neumayer aber ohnehin ganz oben anklopfen. Schließlich hatte sich die Republik einst verpflichtet, keinen der im Konkordat aufgezählten Feiertage ohne Zustimmung des Vatikans abzuschaffen.