Hochwasser: Angst vor Jahrhundertflut in Deutschland

Hochwasser - Hochwasser: Angst vor Jahrhundertflut in Deutschland

Katastrophenalarm auch in Deutschland: Bayern, Sachsen und Thüringen sind am stärksten betroffen. Dresden droht erneut im Hochwasser zu versinken.

In den Hochwassergebieten im Osten und Südosten Deutschlands hat sich die Lage in der Nacht zum Montag weiter zugespitzt. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen gilt Katastrophenalarm. Tausende Menschen wurden bis zum frühen Morgen aus überschwemmten Gebieten in Sicherheit gebracht. Die Bundeswehr sollte im Laufe des Tages zum Einsatz kommen.

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Bayern droht historisches Hochwasser
Am Inn in Bayern wurden nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes in der Nacht zum Montag vielfach historische Höchstmarken überschritten. "Für die Donau erwarten wir am Mittag den historischen Höchststand von 12,55 Meter", sagte ein Sprecher des Passauer Krisenstabes in der Nacht. Die historische Altstadt und Teile des Zentrums der Dreiflüssestadt sind großflächig überflutet. Am Montagvormittag wurden in Passau rund 150 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte erwartet.

Katastrophenalarm in weiten Teilen Bayerns
Auch in Nieder- und Oberbayern spitzte sich die Lage in der Nacht zu. In Kolbermoor bei Rosenheim drohte ein Damm zu brechen. Die Innenstadt von Rosenheim wurde für den Durchzugsverkehr gesperrt. Bis Sonntagabend wurde in zehn bayerischen Städten und Landkreisen Katastrophenalarm ausgelöst.

Freistaat Sachsen schwer betroffen
In Sachsen sind bereits zahlreiche Gebiete überschwemmt. Mehrere Landkreise im westlichen Teil des Freistaates riefen Katastrophenalarm aus. Vielerorts sollten Schulen am Montag geschlossen bleiben. Besonders kritisch war die Lage an der Weißen Elster in der Region Leipzig und an der Zwickauer Mulde. Befürchtet wurde, dass die Pegelstände des Hochwassers von 2002 erreicht und überschritten werden könnten.

Dresden droht erneut zu versinken
Befürchtet wurde, dass Teile von Dresden erneut in den Fluten der Elbe versinkt. Die Behörden rechnen mit einem Pegelstand von bis zu neun Metern - fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter). Wann der Scheitel der Flut die Hauptstadt von Sachsen erreicht, war zunächst nicht absehbar. Hintergrund für die Lage an der Elbe sind die Niederschläge in Böhmen. Die Moldau in Prag hat derzeit eine Abflussmenge von 3.000 Kubikmeter pro Sekunde - normal sind 300.

Auch in Thüringen stieg das Hochwasser der Flüsse bedrohlich, ganze Stadtteile waren überflutet. Für mehrere Orte wurde Katastrophenalarm ausgelöst. In Sachsen-Anhalt schwollen die Flüsse Saale, Unstrut und Weiße Elster weiter an.

In den Hochwassergebieten Baden-Württembergs entspannte sich die Lage inzwischen. Auf weiten Strecken von Rhein, Main und Neckar blieb der Schiffsverkehr eingestellt. Am Mittelrhein wurden weitere Überschwemmungen erwartet.

(APA/DPA/Red)