Ikonen: Ecce Arnie!

Mit dem dritten Teil der "Terminator"-Saga meldet sich Arnold Schwarzenegger im Hollywood-Olymp zurück. Doch die kleine Welt des Superstar-Kinos ist für seine Ambitionen längst zu eng geworden: Arnie kokettiert damit, seine abenteuerliche Karriere in der Spitzenpolitik zu vollenden. Bald könnte er Gouverneur von Kalifornien sein.

Die Vita des gebürtigen Steirers Arnold Alois Schwarzenegger liest sich, als habe ein volltrunkener C-Movie-Produzent den amerikanischen Traum spätnachts im Whirlpool als krude Seifenoper halluziniert - zu billig, um wahr zu sein. Der Plot: Schmalbrüstiger, chronisch kränkelnder Gendarmensohn beschließt angesichts der Trostlosigkeit seiner Grazer Vorstadtperspektive, sich Hanteln stemmend zum nächsten "Mister Universe" aufzupumpen, was ihm im strammen Alter von 20 auch gelingt (und in der Folge noch fünfmal). Doch damit - der Schauplatz hat sich mittlerweile in die USA verlagert - beginnt die Geschichte erst richtig: Das Bodybuilding-Weltwunder (sieben "Mister Olympia"-Titel kommen dazu) steigt ins Filmgeschäft ein und binnen knapp zehn Jahren zum globalen Megastar auf. Glorreiches Finale einer Aschenputtel- Story für die Neuzeit? Nicht so schnell: Die Welt ist erst ganz erobert, wenn sie auch regiert wird, und zwar von Amts wegen. So wird das steirische Muttersöhnchen zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Wahnsinn!

Am 30. Juli feiert Arnold Schwarzenegger seinen 56. Geburtstag, und zur Vollendung dieser haarsträubenden Dreigroschen-Soapera fehlt ihm tatsächlich nur mehr die amerikanische Präsidentschaft. Daran jedoch dürfte selbst Big Arnie scheitern, denn die US-Verfassung behält das höchste Amt im Staat gebürtigen Amerikanern vor. So wird sich der eingebürgerte Schwarzenegger notfalls mit dem Gouverneursposten in seinem Heimatstaat Kalifornien begnügen. Der Notfall kann sehr bald eintreten: Am 7. Oktober muss sich der amtierende Gouverneur Gray Davis einer vorgezogenen Neuwahl stellen, und sollte Schwarzenegger als republikanischer Gegenkandidat antreten, womit er seit Monaten offen kokettiert, hätte er gute Chancen, der erste Amerikaner zu werden, der eine strahlende Schauspielkarriere für die Hochleistungspolitik aufgibt. Ronald Reagan zählt nicht als Präzedenzfall: Als notorisch erfolglosem Schauspieler blieb ihm nur die Politik.

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