Blitzgutachten für Josef Martinz

Der Prozess gegen den Kärntner VP-Chef Josef Martinz, dessen Steuerberater Dietrich Birnbacher und zwei Vorstände der Kärntner Landesholding könnte noch vor dem Sommer beginnen.

Es geht um den Vorwurf der "Untreue“ im Zusammenhang mit dem sechs Millionen schweren Beratungsvertrag Birnbachers beim Hypo-Verkauf. Besonderes Augenmerk wird wohl den Gutachten gewidmet werden, die 2008 über die Angemessenheit des Honorars eingeholt wurden. Ein profil vorliegendes Einvernahmeprotokoll Birnbachers belegt, wie verblüffend schnell Expertisen zustande kommen.

Am 11. März 2008 trafen sich in Birnbachers Kanzlei Jörg Haider, Martinz, die Holding-Vorstände sowie der Steuerberater selbst. Da die Holding das Honorar nur auf Basis eines Gutachtens übernehmen wollte, wurde Gottfried Spitzer, Chef der Wirtschaftsprüfungskanzlei Deloitte in Wien, angerufen und mit dem Sachverhalt vertraut gemacht; das Telefon war auf Lautsprecher gestellt: "Da hat der Birni etwas hoch gegriffen“, soll Spitzer laut Birnbacher gesagt haben. Doch schon tags darauf, am 12. März 2008, lag ein erfreuliches Gutachten von Deloitte vor. Darin hieß es: Man habe eine "anonymisierte Honorarvereinbarung“ zu prüfen gehabt und komme zu dem Ergebnis, dass hier Leistungen ähnlich einer "Investmentbank“ erbracht wurden, daher: Das Honorar sei "durchaus angemessen“.