Konventionalitäten

Andreas Khol regt an, zum Verfassungskonvent auch nichtstaatliche Organisationen (NGOs) einzuladen – beziehungsweise, was er dafür hält: den Verband farbentragender Mädchen, das Volksliedwerk, den Blasmusikverband oder den Kameradschaftsbund. Glanzidee!

Khol: Was haltst von den „Früh verwitweten Mesnergattinnen und Gegrüßet-seist-du-Maria-Kampfbeterinnen“ aus St. Andrä am Blasenstein?
Schüssel: Vo mir aus.
Khol: De wern si mit der „Ersten Mostviertler Vereinigung der an grünem Star erkrankten Niederwildjäger, die unglücklicherweise schon einmal einen Treiber erlegt haben“ sicher ganz guat ergänzen.
Schüssel: Glaub i a.
Khol: Dann hätt ma no den „Verband der allein stehenden Pinzgauer Jungbauern, die ihre Kühe sehr gernhaben“. Klingt zwar irgendwie komisch …
Schüssel: … aber Hauptsach, unsrige san’s.
Khol: Und was mach ma mit den „Linkstragenden Schuhplattlern Landecks“?
Schüssel: Na ja, i weiß net. Linksträger?
Khol: I find des a net richtig, oba andererseits san Schuahplattler praktisch nie Abweichler.
Schüssel: Gekauft.
Khol: Und a besonderes Anliegen san mir die „Schöne Sinnsprüche stickenden Sulmtaler Sennerinnen“.
Schüssel: Solche brave Frauen sind doch wirklich das Salz der Erde! Die werden den Konvent ungeheuer bereichern.
Khol: Mei Red’! Es soll ja dort auch was Gscheites rauskommen.
Schüssel: Du, oba sag amoi, bei NGOs, ja? I mein, sollt ma da net vielleicht doch auch an Amnesty International oder Greenpeace oder so denken?
Khol: Bist jetzt leicht narrisch worden?