Kreuzzug

Volksanwalt Ewald Stadler wirft seine enorme Popularität in die Schlacht und droht, die Kirche wegen des Krenn-Rücktritts „finanziell trockenzulegen“.

Stadler: Exzellenz, i bin erschüttert! Wie konnte der Heilige Vater nur so irren?
Krenn: Der Heilige Vater is auch nur ein Mensch, mein Sohn.
Stadler: Aber das alles kann doch nicht Gottes Wille sein!
Krenn: Eh net. Wenn’s nach Gott gingert, wär ja ich der Heilige Vater.
Stadler: Genau! Und nicht dieser links-abweichlerische Polack.
Krenn: Und du wärst dann übrigens Reichskanzler von Großdeutschland.
Stadler: Ich? Das hat Gott echt gsagt?
Krenn: Net direkt. Aber wenn ich es sag, isses ja dasselbe.
Stadler: Natürlich. Und darum denk i au nicht dran, dieses liberale Gesindel, das sich an Ihnen versündigt hat, einfach so davonkommen z’lassen, Exzellenz.
Krenn: Der Herr wird sich ihrer annehmen, mein Sohn. Die Hölle ist voll von glühenden Liberalen.
Stadler: I will aber nicht warten, bis sie dort sind. I mach ein Volksbegehren gegen die Kirchsteuer! Das wird eine Massenbewegung, ha!
Krenn: Glaubst?
Stadler: Wenn ich ruf, folgen mir die Heerscharen. Des war au scho in Knittelfeld so. Und jetzt sag i: Schönborn, erzittere!
Krenn: Nun ja … Früher hätt i ja vielleicht gsagt, mir genügt’s, wenn die Lügner das Maul halten. Aber jetzt …
Stadler: Jetzt ist die Zeit des Flammenschwertes gekommen! Ewald der Edle wird die Heiden mit harten Hieben hinstrecken!
Krenn: Schön gesagt, mein Sohn.
Stadler: Und wenn das mit dem Kanzler nix wird: Wie wär’s wenigstens mit einer Seligsprechung?