<small><i>Kulturtipp der Woche</small></i>
Die Nacht und der Tag

Im Wiener Filmmuseum wagt man sich dieser Tage erneut in bislang kaum erforschtes Terrain: Die Ergebnisse eines groß angelegten Forschungsprojekts zur verschütteten Geschichte des italienischen Avantgardefilms werden ab Mitte dieser Woche präsentiert.

Die Bandbreite der Re­trospektive, kuratiert von Giulio Bursi und Federico Rossin im Auftrag des Filmmuseums, ist tatsächlich enorm: Sie reicht von den Formexperimenten im early cinema, vom Produktionsjahr 1905, bis in die unmittelbare Gegenwart – und konfrontiert einige wenige prominente Visionäre des italienischen Kinos (Michelangelo Antonioni und Tinto Brass sind mit Frühwerken ebenso präsent wie die Filme des Duos Gianikian & Ricci Lucchi) mit vielen vergessenen, verdrängten oder jüngst wiederentdeckten LaufbildkünstlerInnen. In elf Programmen ergründet diese Schau an sieben Abenden in ­insgesamt 80 Arbeiten abstraktes, körperliches, futuristisches und materialistisches Kino, Home-Movies und wissenschaftliche Filme, gefundene Bilder- und erotische Körperwelten.

St. Gr.

Die Nacht und der Tag

23.–30. November, Österreichisches Filmmuseum, www.filmmuseum.at