<small><i>Kulturtipp der Woche</small></i>
Mulatu Astatke beim „Glatt & Verkehrt“-Festival

Der afrikanische Musiker ­Mulatu Astatke vereint mit seinem Ethio-Jazz Kulturen und Generationen.

Er stammt aus einem wohlhabenden äthiopischen Elternhaus und sollte ursprünglich den Beruf eines Flugzeugingenieurs ergreifen. In London und den USA fand er jedoch über die klassische Musik ­Zugang zu seinem eigentlichen Talent, zum Jazz – wie man ihn spielt und wie man ihn lebt. Mulatu ­Astatke hat vor 40 Jahren Musikgeschichte geschrieben: Nach seinem Studium am renommierten Berklee College in Boston kehrte er mit dem Spirit der Jazzclubs und geballtem Theoriewissen zurück nach Äthiopien und schenkte seiner Heimat eine neue Musikform: den Ethio-Jazz. Astatke, Jahrgang 1943, mischte traditionelles Liedgut mit modernem Jazz und lateinamerikanischen Rhythmen; er vereinte die 5-Ton-Skala mit westlicher 12-Ton-Musik. Heute zählt der Vibrafonist und Percussionist zu den bekanntesten Weltmusikern. 2005 betraute Regisseur Jim Jarmusch den Klangtüftler damit, den Soundtrack für seine Tragikomödie „Broken Flowers“ zu komponieren. Heute lebt Mulatu Astatke in London und veröffentlicht seine meditativ-treibenden Grooves auf Platten aus dem Hause Strut Records. Am 30.7. krönt Astatke den Abschluss des Kremser Festivals „Glatt & Verkehrt“.

Florian Wörgötter