Landesverrat

Jörg Haider möchte Hannes Swoboda wegen dessen „Landesverrats“ zu Sanktionszeiten das Wahlrecht entziehen. Er weiß auch schon, wie.

Haider: Angeklagter, Sie reden nur, wenn Sie gefragt werden.
Swoboda: Aber ich muss mich doch rechtfertigen!
Haider: Dazu haben Sie Ihren Pflichtverteidiger. Will der etwas einwenden?
Böhmdorfer: Wo denken Sie hin, Euer Ehren?
Haider: Eben. Am Wort ist der Herr Staatsanwalt.
Mölzer: Die Beweislage ist eindeutig: Der Angeklagte ist ein vaterlandsloser Geselle, der nicht nur wehrkraftzersetzende Briefe schreibt, sondern auch persönlich in Brüssel mit ausländischen Elementen verkehrt, die erwiesenermaßen nicht dem Vlaams Blok angehören!
Haider: Sauerei!
Mölzer: Weiters spricht er dabei nicht immer Deutsch.
Böhmdorfer: Angeklagter, Sie widern mich an!
Swoboda: Hean S’, i hab glaubt, Sie san mei Verteidiger!
Böhmdorfer: Und bled san S’ a no.
Mölzer: Und er hat niemals die FPÖ als die Partei des Lichts dargestellt, die Kraft durch Freude verbreitet und an deren Wesen die Lüge Europa genesen wird!
Haider: Hervorragendes Plädoyer!
Mölzer: Ich weiß. Bescheiden sind nur Lumpen.
Haupt: Als Sprecher der Geschworenen darf ich sagen, dass wir keine Beratung über diese Verratung brauchen und hiemit die Höchststrafe aufhängen.
Böhmdorfer: Diese Idee ist sicherlich verfolgenswert!
Haider: Somit wird dem Angeklagten das Wahlrecht entzogen und er überdies zu acht Jahren Straflager in Kärnten verurteilt.
Swoboda: Neiiiiin!
Böhmdorfer: Geh! Straflager is ja gar net so schlimm.
Swoboda: Aber Kärnten!