Lenzing: Warum schmeißen Sie trotz Gewinne Leute raus, Herr Untersperger?

Die Nachricht hat alle kalt erwischt. Vergangenen Mittwoch schockierte Peter Untersperger, Vorstandschef des Faserkonzerns Lenzing, mit der Meldung über einen massiven Personalabbau.

In Oberösterreich müssen 390 Mitarbeiter (15 Prozent der dortigen Belegschaft) und rund 300 Leiharbeiter gehen. Der Betriebsrat wurde kurzfristig, das Arbeitsmarktservice (AMS) gar nicht informiert. Auch in China und Indonesien fallen 210 Stellen weg. Dabei sind die Auftragsbücher voll und das Unternehmen schreibt Gewinne. Zwar nicht wie zuletzt angekündigt 160 Millionen Euro, doch für das laufende Jahr werden immerhin 75 Millionen Euro prognostiziert. Ein Überangebot an Fasern lasse die Preise fallen und man habe einige Dinge schleifen lassen, so Untersperger. „Jetzt braucht es eine Radikalkur“, so der Lenzing-Vorstand. Die Aktie ging zwar nach der Ankündigung auf Talfahrt, doch an den Dividendenzahlungen soll nicht gerüttelt werden. Die Prioritäten sind also klar gesetzt: Aktionäre vor Mitarbeitern.