Libyen: Gaddafi will bis zum "Märtyrertod oder Sieg" kämpfen

Auch nach dem Sturm seines Hauptquartiers zeigt sich Muammar al-Gaddafi kämpferisch. In einer Audiobotschaft rief der 69-Jährige die Bevölkerung zum Widerstand auf. Zuvor hatte der libysche Machthaber in einer ersten Audiobotschaft angekündigt, bis zum "Märtyrertod oder Sieg" kämpfen zu wollen.

Ein Rebellensprecher sagte, die Frage sei nicht mehr, wo sich Gaddafi aufhalte, sondern nur noch, wann er festgenommen werde. Auch einen Tag nach der Erstürmung des militärischen Hauptquartiers blieb unklar, ob sich Gaddafi in der Hauptstadt Tripolis versteckt hat oder in den Süden des Landes geflüchtet ist.

Eine lokale Radiostation habe einen Aufruf von einem Mann verbreitet, bei dem es sich um Gaddafi handle, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera. Darin habe er die Libyer aufgefordert, die Hauptstadt Tripolis von den Aufständischen "zu säubern". Gaddafi habe den Aufständischen Folter vorgeworfen. Sie würden Gegner "exekutieren".

Die britische BBC meldete unter Berufung auf den Gaddafi-treuen Sender Al-Orouba, dass Gaddafi seinen Rückzug aus dem Militärkomplex Bab al-Aziziya im Süden von Tripolis als "taktisches Manöver" bezeichnet habe. Die Anlage sei bereits durch 64 NATO-Luftangriffe in den vergangenen Monaten zerstört worden, habe er gesagt.

(APA/Red)


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