Markus Fendrych: „Marx habe ich noch nicht gelesen“

Fliegender Wechsel: Der frühere niederösterreichische FPÖ-Gemeinderat Markus Fendrych erklärt, wie er ausgerechnet bei der KPÖ gelandet ist.

Interview: Franziska Dzugan

profil: Sie sagten, die Website der KPÖ habe Sie angesprochen. Wie haben Sie sich als FPÖ-Mitglied auf die Internetseiten der KPÖ verirrt?
Markus Fendrych: Ich habe Leute von der KPÖ kennengelernt. Da bin ich neugierig geworden und habe gemerkt, dass ich mich mit den Zielen der KPÖ viel besser identifizieren kann als mit jenen der FPÖ.

profil: Bei der Wahl im September, bei der Sie noch als FPÖ-Bezirksspitzenkandidat angetreten sind, war das Thema Ausländer maßgeblich. Ist das nun anders?
Fendrych: Ich habe beim Wahlkampf in Gänserndorf die FPÖ-typischen Ausländerthemen nicht verwendet. Damit konnte ich mich schon lange nicht mehr identifizieren. Im Grunde habe ich mich genauso täuschen lassen wie viele Wähler. Die FPÖ gibt vor, die Partei der kleinen Leute zu sein, in Wirklichkeit will sie aber nichts verändern.

profil: Die KPÖ hat in Ihrer Gemeinde bei der Wahl nur 0,5 Prozent der Stimmen bekommen. Warum engagieren Sie sich nicht in einer erfolgreicheren Partei?
Fendrych: Es geht mir nicht um Karriere, sondern darum, für Menschen da zu sein. Damit bin ich bei der KPÖ besser aufgehoben als bei allen anderen Parteien.

profil: Haben Sie „Das Kapital“ von Karl Marx schon gelesen?
Fendrych: Marx habe ich noch nicht gelesen, das werde ich aber sicherlich nachholen. Alle Menschen sollten gleich behandelt werden, das Geld sollte gleich verteilt werden.