"Na na nanana"

Der Beitrag der Steiermark zur jüngeren österreichischen Musikgeschichte kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die bekannteste Textzeile, die das Popland Steiermark der Welt geschenkt hat, geht so: "Na na nanana."

Diese trotz ihrer Gefinkeltheit von hohem Wiedererkennungswert gekennzeichnete Passage überflutete in den geschmackssicheren achtziger Jahren Open-Air-Discos, Skikurs-Gemeinschaftsräume und vor allem Fußballstadien - in Letzteren trat sie sofort in einen erbitterten Wettstreit mit dem Queen- Heuler "We Are the Champions" - und ist bis heute nicht wirklich versickert. Auf das "Nana" folgte dann, in einer Tonlage gekreischt, die vermuten ließ, der Sänger habe sich bei einem Almspaziergang unglücklicherweise mit dem Genital in einem elektrisch geladenen Weidezaun verfangen: "Live Is Life!" Und fertig war der Welthit von Opus - neben Falcos "Rock Me Amadeus" der einzige, den Österreich jemals hervorgebracht hat.

Doch auch von diesem Millionenseller abgesehen, hat sich die Steiermark stets bemüht, den österreichischen Ohren das zu geben, was sie verdienen. Ja, man könnte durchaus sagen, ohne die Steirer gäbe es den Austropop gar nicht, denn ohne eine Säule wie Steffi Werger, die ihn "Stoak wia a Fölsen" stützt, würde er fraglos zusammenbrechen. Manche bezeichnen Frau Werger gar euphorisch als "Rockpoetin". Wenn das zum Beispiel die mitunter mit demselben Etikett bedachte Patti Smith erführe, ginge sie vermutlich umstandslos in Pension.

Oder denken wir an die keineswegs leicht abgestandene Blödel-Combo EAV, die Zeit ihrer Karriere ein wenig an dem Problem litt, dass sich ihre Fans von jenen Figuren, über die sich die Band lustig machte, nicht so wahnsinnig auffällig unterschieden. Selbstironie wahrscheinlich. Die soll ja bei juvenilen GTI-Fahrern vom Lande, aus deren acht Turbo-Boost-Lautsprechern der "Märchenprinz" dröhnte, immer schon besonders ausgeprägt gewesen sein.

Nicht vergessen werden darf schließlich die inoffizielle steirische Landeshymne, die wir den Lagerfeuergitarreros STS verdanken. "I wüll ham nach Fürstenföld" brachte die Erkenntnis, dass die Wiener Mädln schwarze Lippen und grüne Haar haben, was einen aufrechten Steirer natürlich schwer ängstigen muss. Warum STS allerdings später auf einmal kundtaten, irgendwann durt in Griechenland bleiben zu wollen statt in der Oststeiermark, wurde nie restlos geklärt. Na gut, zu unserem großen Glück sind sie ja eh noch da.