OMV: Woran ist „Nabucco” wirklich gescheitert?

Mangelndes Engagement kann man der OMV nicht vorwerfen. Elf Jahre lang sprang der österreichische Energiekonzern für das von ihm initiierte milliardenschwere Gaspipeline-Projekt "Nabucco“ in die Bresche.

Die Röhre hätte in der letzten, deutlich abgespeckten Variante ("Nabucco-West“) Gas über 1300 km von der türkisch-bulgarischen Grenze zum Verteiler Baumgarten bei Wien bringen und von dort nach Europa liefern sollen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass das Projekt gescheitert ist. Das Förderkonsortium Shah Deniz erteilte der Konkurrenzpipeline TAP, welche über Griechenland und Italien führen soll, den Zuschlag. Eine herbe Schlappe für die OMV. "Wir haben ein wettbewerbsfähiges Projekt präsentiert, das technologisch hochwertig war. Über die Abnahmemengen und Preise, die Shah Deniz angeboten wurden, hat der Markt entschieden“, sagt OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss.

Grund für die Entscheidung: Das Shah-Deniz-Konsortium - bestehend aus dem britischen Energiekonzern BP, der norwegischen Statoil sowie dem aserischen Staatskonzern Socar - erhofft sich in Griechenland und Italien höhere Preise. Zudem soll die weitaus kürzere TAP-Pipeline deutlich günstiger zu bauen sein als die Nabucco-Variante. Roiss denkt bereits über den Bau einer eigenen Röhre ans Schwarze Meer nach.