Nur vier Sekunden

Der VA-Tech-Deal ruft die Finanzmarktaufsicht auf den Plan. Der Industrielle Mirko Kovats beansprucht jetzt fünf VA-Tech-Aufsichtsratsmandate

Es waren bloß vier Sekunden. Aber sie dürften die weitere Geschichte des börsenotierten Anlagebauers VA Technologie entscheidend verändern. Am 8. August verkaufte die Verstaatlichten-Holding ÖIAG in vier Sekunden 1,37 Millionen VATech- Aktien. Die Finanzmarktaufsicht ermittelt jetzt gegen die Deutsche Bank wegen Kursmanipulation. Die Bank steht im Verdacht, potenzielle VA-Tech-Interessenten benachteiligt zu haben - im Börsejargon ein "prearranged deal". Demnach sollen die Käufer - vorwiegend Fonds der BA-CA und der Raiffeisen-Gruppe - bereits vor der Transaktion fixiert gewesen sein. Strafrahmen: bis zu 20.000 Euro. Unabhängig davon haben sich die Mehrheiten bei der VA Technologie verschoben. Größter Einzelaktionär ist nunmehr ein Konsortium um den Industriellen Mirko Kovats (19,1 Prozent), die ÖIAG hat sich auf 15 Prozent zurückgezogen, der Rest ist Streubesitz.

Kovats hat für den 8. September 2003 eine außerordentliche Hauptversammlung zur Neubesetzung des Aufsichtsrates einberufen. Er beansprucht zumindest fünf der zehn Kapitalvertreter-Mandate. Die Kandidaten: Kovats selbst, Investmentbanker Ronny Pecik, Wirtschaftsanwalt Christian Hausmaninger (nebenbei Franz Struzls Advokat), der Finanzexperte Ingo Maric sowie der Immobilienentwickler Matthias Rant. Ein Kovats-Berater: "Wir stellen als größter Einzelaktionär einen legitimen Anspruch."