Terror in Norwegen

Ein gewaltiger Bombenanschlag und ein Massaker erschüttern das Land.

Es war das schockierendste Ereignis in der jüngeren Geschichte Norwegens und zumindest anfangs wohl auch das mysteriöseste. Erst erschütterte ein gewaltiger Bombenanschlag die Osloer Innenstadt und forderte nach neuesten Angaben 8 Tote. Kurz darauf eröffnete der laut Zeugen als Polizist verkleidete Anders Behring Breivik bei einem Jugendtreffen der Arbeiterpartei auf der Insel Utøya nahe Oslo das Feuer auf die Jugendlichen. 68 Tote forderte das Massaker, teilte ein Polizeisprecher in Oslo mit.

Die Explosion in der Hauptstadt ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Amtssitzes von ­Ministerpräsident Jens Stoltenberg (Arbeiterpartei), der zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in seinem Büro war. Stoltenberg sollte am Samstag – also dem Tag nach den Anschlägen – auch das Jugendcamp auf Utøya besuchen.

Dem britischen Sender BBC sagte die Chefin des norwegischen Geheimdienstes PST, Janne Kristiansen, in Oslo: "Breivik hat allein gehandelt." Es gebe "keine Beweise für die Existenz anderer Zellen, weder in Norwegen noch in Großbritannien".

Anders Behring Breivik soll nach der Ermordung von 76 Menschen erst im nächsten Jahr vor Gericht kommen. Norwegens Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch sagte, der Fall mit den zwei Terroranschlägen sei so umfassend, dass die Ausarbeitung einer Anklageschrift längere Zeit dauern werde. Die Anklage könne "frühestens zum Jahreswechsel" erhoben werden.

(Red/APA)


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