Rübigs Verbindungen zur Rohstoffbranche

Vergangene Woche machte es sich Paul Rübig noch relativ einfach. Nachdem profil die Nahe­beziehungen des ÖVP-Europaabgeordneten zur Energielobby publiziert hatte, tat Rübig das Ganze als „Schmutzkübel-Kampagne“ ab.

Wie berichtet, sitzt Rübig im einflussreichen Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des EU-Parlaments; zugleich ist er Vizepräsident des European Energy Forum, einer Lobbying-Plattform, in der namhafte Öl- und Atomkonzerne vertreten sind; privat ­wickelt er, vertreten durch einen Rechtsanwalt, mit einem Gutteil dieser Konzerne Geschäfte ab. Nun setzt Attac noch eines drauf. Die globalisierungskritische Bewegung wird diese Woche einen Bericht auf Grundlage von Erhebungen des Corporate Europe Observatory (kurz: CEO) veröffentlichen. CEO ist eine private Organisation, die den Einfluss der Industrie und Wirtschaft auf die Politik der EU dokumentiert. Rübig nimmt darin eine prominente Rolle ein. Er ist ganz nebenbei auch ­einer der Gründer der jüngst geschaffenen European Raw Materials Group, die sich aus 30 EU-­Mandataren mehrerer Fraktionen rekrutiert und künftig aktiv in die Rohstoffstrategie der EU (bezieht sich etwa auf Holz, Metalle, Chemikalien und Baustoffe) eingreifen will. Zufall oder nicht: Der Name erinnert frappant an das ebenfalls in ­Gründung ­stehende Lobbying-­Vehikel der europäischen Rohstoffbranche European Raw Materials Club, in welchem unter anderem die auf die Herstellung von Feuerfestmaterialien spezialisierte RHI-Gruppe Mitglied ist. Rübig scheint neben der Öl- und Atomlobby auch ein Herz für die Baustoffindustrie zu haben: Im Juni 2010 richtete er für den Verband der europäischen Gipshersteller (Eurogypsum) ein ­exklusives Galadiner in Straßburg aus – samt ­anschließender Führung durch das EU-Parlament.