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Von Afrika Bambaataa über Depeche Mode und Soft Cell bis Madonna: Ohne Kraftwerk würde die Popmusik von heute ganz anders klingen.

Die pophistorische Wirkung von Kraftwerk lässt sich ganz einfach resümieren: Sie besteht, und sie war - und bleibt - unüberschaubar. Die Pionierarbeit der Düsseldorfer hat Legionen von Musikern nachhaltig beeinflusst: Manche, wie die HipHop-Legende Afrika Bambaataa, beriefen sich ausdrücklich auf das deutsche Vorbild. Andere - wie die Synthie-Popper Depeche Mode, Human League, New Order oder Soft Cell - waren so offensichtlich von Schneider/Hütter inspiriert, dass jeder explizite Verweis sich ohnehin erübrigte. Bis hin zum aktuellen Madonna- Produzenten Mirwais klingt die Kraftwerk- Schule durch.

Gegenstand heftiger Pop-ideologischer Kontroversen ist bis heute der Einfluss von Kraftwerk auf die Entwicklung des Underground, insbesondere Techno. Wer hat das Genre nun wirklich erfunden: ein paar schwarze Avantgardisten Mitte der Achtziger in Detroit oder, zehn Jahre zuvor, vier Blässlinge in Düsseldorf? Eine akademische Frage, die leider oft nicht ohne rassistische Untertöne debattiert wurde. Wahrscheinlich war Techno ursprünglich nichts anderes als eine radikale Neuschöpfung der Kraftwerk-Ästhetik im Geiste der Clubkultur.