Prölls Zukunft

Seit fast vier Wochen ist ÖVP-Obmann Josef Pröll krank - und schweigt. Er soll, raunt man in der ÖVP, ernsthaft mit dem Gedanken spielen, der Politik Adieu zu sagen. Haben ihn doch die Ärzte nach seiner Lungenembolie vor zu viel Stress gewarnt und ihm Flüge verboten.

Eine endgültige Entscheidung scheint Pröll noch nicht getroffen zu haben, sie hängt auch vom Fortschritt seiner Genesung ab. Daher kursieren in der ÖVP drei Varianten. Die erste: Pröll bleibt Vizekanzler, Finanzminister und Parteichef, holt sich aber einen neuen Staatssekretär, der ihn von wesentlichen Finanzagenden entlastet. Im Gespräch dafür ist Stephan Koren, der Ende April den Vorstand der Bawag PSK verlässt. Das wäre verknüpft mit einer größeren Regierungsumbildung, etwa im Justizressort. Variante zwei: Pröll gibt das Amt des ÖVP-Parteichefs ab und hat damit einen Job und Stressfaktor weniger. Das ist wahrscheinlicher als ein Ressortwechsel Prölls. Variante drei: Pröll gibt seiner Gesundheit Priorität vor der Politik, tritt zurück und sucht sich einen anderen Job.

Sicher ist vorerst nur eines: Erst nach Ostern wird Pröll zurückkehren - und Klarheit schaffen.