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„Das dritte Reich“ auf der Studentenbude

Auf ihrer Webseite lehnt die Studentenverbindung „Neostadia“ in Wiener Neustadt zwar „Deutschtümelei und Neonazismus“ ab, doch nicht alle Mitglieder dürften die selbst auferlegten Regeln auch leben:

Bei einer Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten für die kommenden Sonntag stattfindende Gemeinderatswahl auf der Bude warfen zwei Bedienstete der Stadt Wiener Neustadt einen Blick auf die Playlist des Verbindungscomputers – und wollen dort Lieder mit Titeln wie „Die SA marschiert Vol 2“ oder „Das dritte Reich“ entdeckt haben, wie Magistratsdirektor Gerhard Stickler in einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt schreibt: „Das legt den Schluss nahe, das diese dort auch abgespielt wurden/werden.“ Der Obmann der Neostadia weist das zurück: „ Auf unseren Veranstaltungen wurden und werden nie Lieder mit nationalsozialistischem Hintergrund gesungen oder gehört. Der besagte PC ist der Privat-PC eines Mitgliedes.“

Niederösterreichs ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger, der vergangene Woche im ORF-Magazin „Report“ eine Wahlempfehlung für die FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz gegeben hatte, ist übrigens ebenfalls Mitglied der Neostadia.