Raiffeisen und die Staatshilfe

Wann gedenken Sie das staatliche PS-Kapital zurückzuzahlen, Herr Sevelda?

Die Erste Group preschte vergangene Woche vor: Als erste österreichische Bank hat sie die Staatshilfen von 2009 vollständig zurückgezahlt. Insgesamt 1,22 Milliarden Euro staatliches Partizipationskapital hat die Großbank an die Republik Österreich rücküberwiesen.
Die BAWAG bekam damals 550 Millionen Euro PS-Kapital und hat davon heuer im Juni eine erste Tranche von 50 Millionen zurückbezahlt. Einzig Raiffeisen macht keine Anstalten, das Geld flüssigzumachen. „Einen konkreten Fahrplan zur Rückzahlung des Partizipationskapitals kann ich Ihnen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht nennen“, sagt Karl Sevelda, Vorstand der Raiffeisen Bank International, in dessen Institut der Bund mit 1,75 Milliarden Euro engagiert ist. „Regulatorisch verliert das Partizipationskapital ab 2018 seine Attraktivität, da es dann nicht mehr voll als hartes Kernkapital angerechnet werden kann. Daraus ergibt sich logischerweise ein Rückzahlungsziel bis Ende 2017“, so der Raiffeisen-Chef. Bei den not- und teilverstaatlichten Krisenbanken (Hypo Alpe-Adria, Kommunalkredit-Bad-Bank KA Finanz und ÖVAG) wird der Staat wohl durch die Finger schauen. Nicht so bei Raiffeisen, beteuert Sevelda: „Die Republik wird ihr Kapital vollständig von uns zurückbekommen und auf dieses Investment eine ordentliche Verzinsung erhalten.“