<small><i>Rainer Nikowitz</i></small>
Nichts als die Wahrheit!

Nach seiner anfänglichen Weigerung stimmte Bundeskanzler Werner Faymann doch einer Zilk-Untersuchungskommission zu. Das Exklusivprotokoll der ersten, schonungslos offenen Sitzung.

Faymann: Wie ihr wisst, habe ich ja ursprünglich gesagt, dass wir in dieser Gschicht keine Untersuchung brauchen, weil ja schon allein dadurch der Eindruck erweckt werden könnte, es is da was dran. Nachdem diese Kommission aber nunmehr aus so hervorragenden Fachleuten besteht, bin ich wirklich beruhigt.
Koller: Ich möchte gleich einen ­Antrag stellen!

Faymann: Bitte, Dagi.
Koller: Angesichts des ernsten Themas unserer Zusammenkunft fände ich es schön, wenn wir mit der von mir gesungenen Bundeshymne ­beginnen.

Faymann: Äh …, aha. No gut. Wer dafür ist, bitte Hand hoch. O. k. Gegenprobe: Wer ist dagegen? Danke. Abgelehnt mit drei zu eins Stimmen.
Koller: Wenn ich da so unhöflich behandelt werd wie bei „Im Zentrum“, dann geh ich gleich wieder.
Dichand: Ich stelle den Antrag: Hinaus aus Wien mit dem Schuft! Und ich erkläre ihn hiemit auch gleich für einstimmig angenommen.

Koller: Was? Das ist ja … Weh mir! Und das ausgerechnet aus deinem Mund, Hans! Nicht nur das Ehrengrab soll ihm genommen werden, sondern überhaupt gleich seine Stadt? Mein Kreuz! Wo ist mein Kreuz?
Faymann: Er meint do net den Helmerl, Dagi. Oder, Onkel Hans?
Dichand: Natürlich nicht. Den Falk!

Faymann: Äh …, den meinst du auch nicht, Onkel.
Dichand: Ah so? Und warum nicht?

Faymann: Der ist schon lang tot.
Dichand: Wirklich? Na ja. Wahrscheinlich auch gefälscht.

Häupl: Wer soll denn jetzt auße aus Wien?
Dichand: Na der, der des gschrieben hat.
Koller: Dieser Lackner! Ja, da bin ich auch dafür! Dieser elende Schmutzfink soll das büßen!

Häupl: Na ja. Immerhin hat er einen Akt, wo ganz schee vü drinsteht.
Dichand: Gefälscht.

Häupl: 600 Seiten? Mit so vielen Details? Mit Quittungen? Unterschriften?
Dichand: Hören Sie: Wenn jemand was über Desinformation weiß, dann ja wohl ich.

Häupl: Das wird niemand bestreiten.
Dichand: Und überhaupt: Wer sind Sie eigentlich?

Häupl: Häupl. Angenehm!
Dichand: Mir nicht.

Häupl: Wir kennen uns.
Dichand: Der Majestätsplural ist in diesem Land aber immer noch uns vorbehalten, gell?

Koller: Michl, man könnte den Eindruck bekommen, du bist nicht auf unserer Seite.
Faymann: Oba sicher is er des. Wir alle wissen, was wir wissen. Wollen.

Häupl: I hab jetzt innerhalb einer Woche erklären müssen, dass das alles fundamental lächerlich ist – und dass der Rücktritt von der Laska rein private Gründe hat. Des hat oba auch sein Gutes: Mir wird nie wieder was peinlich sein.
Koller: Mit dem Schönborn bin ich wegen der Seligsprechung schon in Verhandlung. Und wie schaut’s mit der Umbenennung vom Albertina-Platz aus?

Häupl: Du meinst in „Johann-Maiz-Platz“?
Koller: Aaaah! Verrat! Schnell, wir müssen sofort eine Kerze anzünden. Oder besser gleich das Rathaus!

Dichand: Hinaus aus Wien mit dem Schuft!
Faymann: Kinder! Beruhigts euch doch. Des bringt doch nix! Es wär gscheiter, wenn wir uns eine Gegenstrategie überlegen. Immer nur zu sagen „Des stimmt alles net!“ wird auf Dauer net reichen. Wir brauchen auch Beweise.

Dichand: Wo samma denn? Ich hab noch nie für irgendwas, was ich behauptet hab, einen Beweis braucht.
Koller: Und ich bin immerhin die Koller. Mir trauen die Leut …

Häupl: … alles zu?
Koller: Wer solche Freund wie dich hat, braucht keinen Lackner.

Häupl: Is ja schon gut. I hab bald a Wahl. I bin ja auch interessiert, dass diese Campaign gschwind einschlaft.
Faymann: Campaign ist gut!! Wie damals beim Waldheim! Da hat die Jagdgesellschaft am Schluss auch in die Röhre gschaut.

Häupl: Die Jagdgesellschaft waren aber blöderweise wir.
Faymann: Diesmal aber net. Diesmal nützt es uns, wenn ma’s gscheit machen.

Dichand: Aber dieses profil ist halt kein Gegner … Vielleicht können wir das Ganze irgendwie der EU in die Schuhe schieben. Die Kombi würd sich auf meinen Leserbriefseiten gut machen.
Häupl: Na ja, aber is des net ein bissl sehr weit hergeholt?

Dichand: Ich versteh die Frage nicht.
Koller: Und könnt man nicht noch diesem Lackner, diesem ungehobelten Menschen, etwas nachweisen? Irgendwas Grausliches! Dass er in seiner Freizeit Regenwürmer quält oder so?

Dichand: Ich setz die Entenfellner drauf an.
Koller: Wobei, manchmal ertapp ich mich schon dabei, dass ich mir denk: Und wenn’s wahr ist?

Faymann: Dagi! Selbst wenn: Er hat den Tschechen ja gsagt, dass nix zum Nachteil Österreichs verwendet werden darf.
Koller: Und was haben die Tschechen gsagt?

Faymann: Na, was schon: Hu!
Dichand: Und jetzt frag ich Sie zum letzten Mal: Wer sind Sie?

rainer.nikowitz@profil.at