"Regierung ist Koalition der Nullnummern":
Bachler schlägt im profil-Interview um sich

In einem Exklusiv-Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" geht der scheidende Burgtheaterdirektor Klaus Bachler scharf mit der heimischen Politik ins Gericht: "Die Regierung ist eine Koalition der Nullnummern", so der Theaterleiter. "Wir haben einen Bundeskanzler vom Format eines Sparkassendirektors. Sich bedingungslos abhängig zu machen von einem greisen Zeitungszaren und von diesem wie ein Gummibär hin- und hergezogen und schließlich fallengelassen zu werden, würde für den zweiten Akt in einem schlechten Boulevardstück taugen."

Weiters moniert Bachler im "profil"-Gespräch die fehlende Demokratietradition des Landes: "Es ist ungeheuerlich, dass ein Rechtsradikaler als Parlamentspräsident fungiert - noch ungeheuerlicher finde ich, dass er von den Abgeordneten der Regierungsparteien in dieses Amt gewählt wurde." Man habe sich in Österreich inzwischen an "Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz" gewöhnt. Eine "Schreckschraube" wie Innenministerin Maria Fekter sei "ein Produkt dieser Entwicklung".

Auch den Salzburger Festspielen stellt Bachler ein vernichtendes Zeugnis aus: Sie steckten "in der Sackgasse", so der nunmehrige Intendant der Bayerischen Staatsoper: "Der einzige Ausweg wäre eine radikale Neugründung, die meines Erachtens nicht möglich ist. Es sind zu viele Sachzwänge im Spiel, die ganz wenig mit Kunst und sehr viel mit einem beinharten Interessenausgleich zwischen Politik, Tourismus, Sponsoren und Philharmonikern zu tun haben."

Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen profil 28/09!