Ruby-Prozess: Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt

Verurteilung in erster Instanz: Ein Mailänder Gericht hat Silvio Berlusconi im Ruby-Prozess zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Ex-Premier soll sein Amt missbraucht haben.

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist am Montag beim sogenannten Ruby-Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das dreiköpfige Gerichtskollegium sah es als erwiesen an, dass Berlusconi für Amtsmissbrauch und Sex mit einer Minderjährigen verantwortlich sei. Außerdem wurde ein lebenslanges Verbot für die Betätigung in öffentlichen Ämter über den Unternehmer verhängt.

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Zweiter Schuldspruch
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die drei Richterinnen des Mailänder Gerichtskollegiums nahmen nicht nur die Forderung der Staatsanwälte an, sondern erhöhten die Strafe um ein weiteres Jahr Haft. Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.

"Bunga-Bunga"
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden "Bunga-Bunga"-Nächten in seiner Villa Arcore bei Mailand mit der minderjährigen Marokkanerin Ruby alias Karima el-Mahroug Sex gegen Geld hatte. Berlusconi und die Tänzerin hatten das stets bestritten. Auch des Amtsmissbrauchs befand das Gericht Berlusconi für schuldig. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme Rubys im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben. Das Gericht forderte die Staatsanwaltschaft auch zur Aufnahme weiterer Ermittlungen wegen Falschaussagen einiger Zeugen auf.

Sieben Stunden lang berieten die drei Richterinnen über das Urteil. Der Ruby-Prozess gegen Berlusconi hatte im April 2011 begonnen.

(APA/Red)