Berlusconi-Urteil: Wer ist „Herzensbrecherin” Ruby?

Ruby Rubacuori - Berlusconi-Urteil: Wer ist „Herzensbrecherin” Ruby?

Nach einem 27 Monate langen Verfahren ist der Ruby-Prozess gegen Italiens Schuldspruch zu Ende gegangen. Ein Gericht in Mailand verurteilte den Medienzaren wegen Sex mit der minderjährigen Karima el-Mahroug alias Ruby und Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Haft. Aber wer ist „Herzensbrecherin” Ruby eigentlich?

Das Pseudonym ist vielsagend: "Ruby Rubacuori", Ruby Herzensbrecherin, ließ sich die heute 20-jährige Marokkanerin nennen, wegen der Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi jetzt verurteilt wurde. Die Ausreißerin und Nachtklubtänzerin ist 2010 in wenigen Monaten vom Pass-losen Teenager-Callgirl Berlusconis Abgang eingeleitet.

Ruby Herzensbrecherin , deren bürgerlicher Name Karima el-Mahroug lautet, lebt gefährlich. In ihrem kurzem Leben hat die junge Frau bereits herbe Schicksalsschläge und unverhoffte Höhenflüge erlebt. Die Tochter eines marokkanischen Gemüsehändlers, die im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern ihre Heimat verlassen hat, um ins sizilianische Messina zu ziehen, berichtete in Interviews von einer dramatischen Kindheit. Mit neun Jahren sei sie von zwei Onkeln vergewaltigt worden. Als sie ihrem Vater ihren Wunsch mitteilte, Katholikin zu werden, sei sie mit einer Pfanne brutal geschlagen worden, die Narben am Kopf zeigte Ruby im Fernsehen. Daraufhin sei sie von zu Hause geflüchtet.

+++ Ruby-Prozess: Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt +++

Party in der Luxusresidenz
Ihre ersten Teenager-Jahre verbrachte Ruby aufgrund eines Gerichtsbeschlusses in einer Betreuungseinrichtung für Minderjährige, aus der sie immer wieder ausriss. Mit 16 Jahren nahm sie an einem Schönheitswettbewerb auf Sizilien teil. Dort traf sie den bekannten TV-Starjournalisten und guten Berlusconi-Freund Emilio Fede, der sie zu einer Party in die Luxusresidenz des Premiers in Arcore bei Mailand einlud. Ruby erzählte den Anwälten, sie habe Berlusconi am "Valentinstag", dem 14. Februar 2010, kennengelernt.

Berlusconis Verhägnis
In Arcore fiel die blutjunge Schönheit unter den vielen Showgirls, die die Nächte des betagten Regierungschefs aufheiterten, auf. Berlusconi erzählte sie, sie sei 24 Jahre alt und Ägypterin. Im März 2010 wollte Berlusconi seiner Geliebten eine Wohnung schenken. Da gestand ihm Ruby: "Ich bin 17 und habe keine Papiere." Aus Polizeiprotokollen geht hervor, Berlusconi habe der jungen Marokkanerin geraten vorzugeben, Nichte des inzwischen gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak zu sein. Zum Dank für ihre Liebesdienste gab es für Ruby teure Geschenke und 187.000 Euro in bar. Doch die Beziehung zum minderjährigen Escortgirl wurde Berlusconi zum Verhängnis.

Unberechenbar
Am 27. Mai 2010 nahm die Polizei Ruby fest, nachdem diese von einer Freundin bezichtigt worden war, 3.000 Euro gestohlen zu haben. Ruby machte einige Telefonate, der Fall gelangte direkt ins Büro des Premiers. Und der soll sich eingesetzt haben, um das Mädchen freizubekommen. Ruby sei unberechenbar, der Regierungschef befürchtete einen Skandal, geht aus den Polizeiprotokollen hervor. Nach Aussagen der Polizei erwirkte Berlusconi ihre Freilassung, indem er behauptete, dass das Mädchen eine Verwandte Mubaraks sei. Deswegen müsse der Fall ohne großes Aufsehen gelöst werden, habe er gesagt. Wegen des Drucks auf die Polizei für Rubys Freilassung musste sich Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten.

„Nur Gutes”
Heute lebt Ruby in Genua. Sex mit dem Ex-Premier hat sie immer wieder bestritten. Die Staatsanwälte stützen ihre Vorwürfe gegen Berlusconi auf Rubys Aussagen und auf abgehörte Telefongespräche des Callgirls. "Ich bin ein Opfer dieser Untersuchung. Ich habe von Berlusconi nur Gutes erfahren", sagte die junge Marokkanerin öfters.

Berlusconi bestreitet sexuelle Beziehung
Berlusconi hat eine sexuelle Beziehungen zu Karima El Maroug stets bestritten. Die junge Frau hat wiederholt dementiert, ihr Geld als Sexarbeiterin verdient zu haben. Auch habe sie keine sexuellen Beziehungen zu Berlusconi unterhalten.

(APA/Red)