Rückschlag für Meinl-Verfahren

Staatsanwalt Markus Fussenegger wechselt von Wien nach Feldkirch.

Dem Verfahren gegen Banker Julius Meinl droht nach Informationen von profil online ein Rückschlag.

Staatsanwalt Markus Fussenegger, der die Causa seit Beginn ermittelt, hat sich an die Staatsanwaltschaft Feldkirch beworben und wird die Wiener Anklagebehörde mit höchster Wahrscheinlichkeit bereits mit 1. Mai verlassen.

Der nunmehrige Abgang von Ankläger Fussenegger ist nicht der erste im Fall Meinl: 2009 war Staatsanwalt Peter Vesely, bis dahin gemeinsam mit Fussenegger auf den Banker angesetzt, abgezogen worden, um die Immofinanz übernehmen. Seither bearbeitet Fussenegger den Fall mit Unterstützung seines Kollegen Volkert Sackmann.

Die Oberstaatsanwaltschaft wollte auf Anfrage von profil zu „Personalinterna“ keine Stellungnahme abgeben. Intern ist von einer geordneten Übergabe die Rede. Fussenegger werde weiterhin einige Tage im Monat in Wien arbeiten, eine Verzögerung des Meinl-Verfahrens sei nicht zu befürchten: „Momentan gibt es nicht viel zu ermitteln – der Fokus liegt auf der Erstellung des Gutachtens, die aufgrund der Komplexität der Angelegenheit allerdings sehr lange dauert“, so ein Insider gegenüber profil.

Von Seiten der Meinl Bank war Fussenegger unter Dauerbeschuss gestanden. Unter anderem wurde ihm eine 2009 in Bratislava durchgeführte Hausdurchsuchung zum Vorwurf gemacht. Dabei hatten slowakische Behörden auf ein Rechtshilfeversuchen der Staatsanwaltschaft Wien hin eine Vielzahl von Unterlagen der Bank sichergestellt – zu Unrecht, behaupten die Anwälte von Meinl und sehen sich darin durch ein Urteil des slowakischen Verfassungsgerichtshofes bestätigt.

Gegen Meinl wird wegen Untreue und Betrug im Zusammenhang mit einer seiner börsenotierten Gesellschaften ermittelt – der früheren MEL (Meinl European Land), die nunmehr Atrium European Real Estate heißt und sich nunmehr im Besitz eines Investmentsfonds befindet. Die Vorwürfe lauten auf Betrug und Untreue. Es gilt die Unschuldsvermutung.