Schwarze Frau

Ursula Haubner erzählte in „Vera“, sie habe früher ihren kleinen Bruder Jörg Haider nächtens als Verkörperung der unheimlichen Sagenfigur „schwarze Frau“ diszipliniert. Das funktioniert heute auch noch – irgendwie.

Haider: Aaaaargh! Aufhören! Hiiiiilfe!!
Haubner: So, des hast jetzt davon!
Haider: Sag ihr, sie soll weggehen! Mir graust so! I bin auch ganz brav!
Haubner: Des versprichst mir scho seit fuffzig Jahr. Jetzt reicht’s. Die schwarze Frau erscheint dir ab nun jede Nacht.
Haider: Dos kannst ma nit antuan!
Haubner: Ah so? Wer hat denn gsagt, die schwarze Frau is wie des Christkind und der liberale Flügel der FPÖ – weil die gibt’s a net?
Haider: Da hab i no nit gwusst, wie brutal du sein kannst. Jetzt kriag i sicher wieder Albträume. Und de ganze teure Therapie war umsonst!
Haubner: Wirst du jetzt aufhören, mir dauernd in de Parteiführung einizukeppeln?
Haider: Dos muasst verstehen. Es is einfach stärker als i.
Haubner: Na guat, wenn des so is, dann übernimmst halt einfach du wieder den Vorsitz.
Haider: Auf gar kan Fall! I muass do mei Sieger-Image behalten.
Haubner: Du wolltest brav sein.
Haider: So brav a wieder nit.
Haubner: Tja, dann lasst du mir einfach ka andere Wahl.
Gehrer: Du, Uschi, i müsst aber dann langsam …
Haubner: Is guat, danke Liesl. Und übrigens is dei Spitzen-Negligé wirklich sehr fesch.
Gehrer: So sein mir halt: Stark, schwarz, weiblich!
Haubner: Und morgen um dieselbe Zeit?
Gehrer: Morgen kann i nit. Morgen kimmt statt mir die Kallat-Mitzi.
Haider: Neiiiiiiin!