Schwere Vorwürfe gegen Meinl-Gruppe:
Ex-MEL-Direktoren im Dunkeln gelassen

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe berichtet, formulierten zwei frühere britische Direktoren der börsenotierten Immobiliengesellschaft Meinl European Land (MEL, heute Atrium European Real Estate) in einem Brief an die Jersey Financial Services Commission vom 6. Dezember 2007 schwere Vorwürfe gegen die Meinl-Gruppe.

Die Anwälte Michael Richardson und Peter Byrne, Partner der auf dem MEL-Firmensitz Jersey domizilierten Kanzlei Bedell Cristin, erklärten damals mit Hinweis auf lückenhafte Informationen ihren Rücktritt, der schließlich mit 7. März 2008 wirksam wurde. Demnach wollen weder Richardson noch Byrne in den Rückkauf von MEL-Zertifikaten 2007 auf Rechnung der Gesellschaft eingebunden gewesen sein. Das von Richardson in beider Namen verfasste Schreiben liegt "profil" vollständig vor. Darin heißt es unter anderem: "Der Ankauf von Zertifikaten ... wurde durchgeführt, ohne dass wir Direktoren einbezogen worden wären, obgleich die anderen Direktoren involviert waren und das Ausmaß der Zertifikatskäufe kannten."

Das bedeutet, dass jedenfalls zwei der damals sechs MEL-Direktoren nicht oder nur rudimentär über die Vorgänge orientiert waren. Bisher hatte es immer geheißen, die über die Meinl Bank abgewickelten Transaktionen seien ausnahmslos "im Auftrag und auf Rechnung" von MEL getätigt worden.

Mehr zur Causa Meinl finden Sie im profil 20/09