Hautkrebs: Neuerkrankungen dramatisch steigend

In Österreich steigt die Zahl der potenziell tödlichen ­Melanome dramatisch an, der helle Hautkrebs ist heute der weltweit häufigste Tumor überhaupt. Schuld ist die Sonne, aber nicht nur: Der Krebs entsteht auch an ­Körperstellen, die kaum ein Lichtstrahl erreicht. Gute Nachricht: Die Therapien werden immer besser.

Das maligne Melanom wurde durch Zufall entdeckt. Der 61-jährige Maschinenbauingenieur Walter Müller aus Bisamberg bei Wien war im Frühjahr 2011 von seinem Hautarzt ins Wiener Donauspital eingewiesen worden, um sich eine Hautverdickung im linken Augenwinkel entfernen zu lassen. Verdacht: Basalzellkarzinom (früher: Basaliom), ein in der Regel nicht metastasierender heller Hautkrebs. Eine junge, engagierte Ärztin stieß bei der peniblen Untersuchung zusätzlich auf ein Muttermal unterhalb des linken Handgelenks, das ihr verdächtig vorkam. DieGewebsanalyse der operativ entfernten Hautwucherung brachte dann den Befund: bösartiger schwarzer Hautkrebs. Weil auch der Wächterlymphknoten befallen war, wurden vorsichtshalber gleich sämtliche Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Auf Anraten der Ärzte unterzog sich Müller einer anderthalbjährigen Interferonspritzenkur zum Aufbau des Immunsystems. Laut jüngsten Untersuchungen scheint er geheilt zu sein. Aber eine Garantie gibt es nicht.

Schwarzer Hautkrebs, heller Hautkrebs
– die Zahlen steigen international dramatisch an. Der helle Hautkrebs ist mittlerweile weltweit die häufigste bösartige Erkrankung überhaupt. Ein Faktor, der zur Krankheitsentstehung maßgeblichbeiträgt, ist die durch das Ozonloch bedingte intensivere UV-Strahlung. Ein anderer ist das steigende Lebensalter der Bevölkerung. Aufgrund der kumulierten Sonnenexposition tritt Hautkrebs in der zweiten Lebenshälfte deutlich häufiger auf als davor. Der Wiener Hautarzt Michael Palatin wagt eine düstere Prognose: „Wenn das so weitergeht, wird irgendwann jeder von uns Hautkrebs kriegen“.

Die steigenden Fallzahlen sind die schlechte Nachricht. Die gute: Die Medizin ist mit ihren diagnostischen Werkzeugen heute in der Lage, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und weit effizienter zu behandeln, als das noch vor wenigen Jahren möglich war. Insbesondere beim gefürchteten Melanom hat sich das Behandlungsspektrum dramatisch gewandelt: Seit etwa einem Jahr sind die ersten intelligenten Medikamente auf dem Markt, die das Krebsgeschehen an der Wurzel packen ...

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