Sorry, Alfred!

Angeblich geriet jüngst ein rot-grünes Abendessen nicht nur wegen der Differenzen um den neuen Rechnungshofpräsidenten zum Desaster.

Glawischnig: Gibst mir bitte no a Brot, Alfred?
Gusenbauer: Hab i eigentlich scho erwähnt, dass i a Wahl nach der andern gwinn?
Glawischnig: In die letzten vier Minuten net.
Gusenbauer: Und aus der Sicht der Frau, ja? Was macht mi so unwiderstehlich?
Glawischnig: Sascha! Hilf ma!
Gusenbauer: Wobei, ihr braucht’s net glauben, dass es immer leicht is, der Erneuerer der Sozialdemokratie zu sein.
Van der Bellen: Spät is worden.
Gusenbauer: Und der oppositionelle Stachel im Fleisch des Neoliberalismus.
Van der Bellen: I müsst morgen früh raus.
Gusenbauer: Und die größten Radieschen von ganz Ybbs zu haben.
Glawischnig: Im Fernsehen wär jetzt a spannendes Snooker-Turnier.
Van der Bellen: Du interessierst di für Snooker?
Glawischnig: Na.
Gusenbauer: Es gibt ja so viele, die des alles net gebührend zu würdigen wissen. Neid is was schiachs.
Glawischnig: Könnt i jetzt vielleicht do no a Brot ham?
Gusenbauer: Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing!
Glawischnig: Oje.
Van der Bellen: I hab dir scho vorher gsagt: Nach der Suppn wird uns beiden plötzlich schlecht, und wir gehen. Oba nein, du musst unbedingt hocken bleiben.
Gusenbauer: I hab beschlossen, dass ihr den Kostelka oder den Nowotny in den Rechnungshof wählt’s.
Van der Bellen: Sorry, Alfred!
Gusenbauer: Wie? Hör i da eine schwarz-grüne Vorleistung? Jetzt bin i aber verstimmt!
Glawischnig: Spät is worden.