Stammgast im U-Ausschuss: Strassers Ex-Kabinettchef Ulmer

Strassers Kabinettchef traf sich mit Hubschrauber-­Anbietern im Vorfeld einer ­Ausschreibung 2006.

Christoph Ulmer, Strassers Kabinettschef von 2000 bis 2003, war in den vergangenen Jahren Stammgast in den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen. Ob es um Machtmissbrauch im Innenministerium ging oder um Korruption – der gebürtige Tiroler stand stets auf der Ladungsliste. ­Zuletzt musste er rund um die Vergabe des Blaulicht-Projekts Tetron aussagen, das er als externer Berater nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium begleitet und bei dem auch der Motorola-Lobbyist ­Alfons Mensdorff-Pouilly mitgemischt hatte, zu dem Ulmer beste Beziehungen pflegt. Strassers einmalige Stippvisite bei einer Jagdrunde des Grafen 2002 ging auf ­Ulmers Einladungspolitik zurück.

Im Abschlussbericht der Grünen zum jüngsten Untersuchungsausschuss ist nun eine Reihe von Treffen aufgelistet, die Ulmer als Berater zwischen 2003 und 2006 in Wien, London und Dubai absolvierte. So unterhielt er etwa zwischen April und September 2006 nach eigenen Angaben Kontakte unter anderem zu EADS und Agusta. Laut Aufzeichnungen fanden die Treffen in Wien und Tirol statt – und damit just zu jener Zeit, als in Österreich, konkret am 7. September 2006, neue Hubschrauber für die Flugpolizei ausgeschrieben worden waren. Unter den Interessenten: der italienische Hersteller Agusta Bell und EADS/Eurocopter. Letztere bekamen von ­Innenminister Günther Platter, ­heute Tiroler Landeshauptmann, den ­Zuschlag.

Detail am Rande: Mensdorffs MPA Handelsgesellschaft Wien bekam Ende 2006 exakt 137.957 Euro von Eurocopter Deutschland überwiesen. Was Mensdorff dafür ge­leistet hat, bleibt unklar.