Steuerlos

Dem Bundeskanzler zufolge war Grassers kurzlebige Trinkgeldsteuer nur die Idee eines „übereifrigen Finanzbeamten“. Nicht die einzige wahrscheinlich.

Finz: Geh, gibst ma a Trinkgeld?
Grasser: Für was?
Finz: Für an Schliwowitz. I möchat zum Wirten gehen und hab mei Geldbörsel daham vergessen.
Grasser: I hab a nix einstecken. Nur a paar Platin-Karten.
Finz: Dann gib ma ane. Is jetzt eh a steuerfrei.
Grasser: I glaub, du hast de Idee der Trinkgeldsteuer net hundertprozentig verstanden.
Finz: Echt net? Na geh, immer desselbe … Oba, ehrlich jetzt, verstehst du jede Idee von unsere Beamten?
Grasser: Fredl, jetzt kennst mi scho so lang, und dann fragst mi dos? I hab bis heut net amol kapiert, wie sie dos mit dem Nulldefizit gmacht ham.
Finz: Oba jedenfalls ham s’ uns des Mal ganz schön einetheatert. Du bist ja dagstanden wie der größte Depp.
Grasser: Mei, ma gwöhnt si dran.
Finz: Wenn ma si auf sei Personal net verlassen kann, is des halt a Jammer.
Grasser: Oba stell da vor, mir müssten uns auf uns selber verlassen.
Finz: Du hast Ideen! Da schauert ma vielleicht liab aus.
Grasser: In dem Moment, wo i mi auf mi selber verlassen muass – da weiß i jetzt scho ganz genau, was i da sagen werd.
Finz: Was?
Grasser: Und wenn Sie die Alufelgen dazunehmen, könn ma über an Rabatt bei de elektrischen Fensterheber reden.
Finz: Sag, wenn jetzt der Wirt mit de Schliwowitz, di i mir einehau, vü Umsatz macht, ja? Is des dann eigentlich a Fall von „Körper schafft Steuer“?
Grasser: Mach ma da jetzt a Millionenshow?
Finz: Mach ma de net immer?