Telekom-Affäre: Hochegger-Zahlungen an ÖVP und SPÖ

Telekom-Affäre: Hochegger-Zahlungen an ÖVP und SPÖ

Mittels Scheinrechnungen sollen in den Jahren 2005 und 2006 Gelder von der Telekom an die Agentur Mediaselect geflossen und in weiterer Folge für ÖVP-Kampagnen aufgewendet worden seien. Das gehe aus dem Sachverständigengutachten der Staatsanwaltschaft hervor, das vom Magazin "News" jetzt veröffentlicht wurde. profil berichtete bereits im Februar 2012 von den Zahlungen des Lobbyisten Peter Hochegger an Politiker, Parteien und Günstlinge.

Ein von der Staatsanwaltschaft Wien in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt nun einen profil-Bericht vom Februar 2012 . Damals berichtete profil, gestützt auf Recherchen zur Buchhaltung des Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger, „wie der Lobbyist Telekom-Millionen im ganzen Land verteilte: an Politiker, Parteien, Günstlinge – und an sich selbst:“ Die ehemaligen FPÖ-Politiker Walter Meischberger und Karl-Heinz Grasser waren darin ebenso angeführt die VP-nahe Werbeagentur Mediaselect oder etwa die Fraktion Christlicher Gewerkschafter, Investment-Banker Johann Wanovits und der SPÖ-Abgeordnete Kurt Gartlehner. Ausgewiesen waren auch die jeweiligen Zahlungen der Telekom zwischen 2003 und 2008, die auf mutmaßlichen Scheinrechnungen beruhten.

+++ Telekom: Hocheggers wahnwitziger Provisionsreigen +++

Wie „News“ nun unter Berufung auf das Sachverständigengutachten berichtet, soll die ÖVP jene Gelder, die an die Agentur Mediaselect geflossen sind, für Wahlkämpfe verwendet haben.

Telekom sponserte Hochegger-Bleibe
Wie wertvoll Hochegger für die Telekom war, offenbarte ein anderes Detail. Wie profil 2012 ebenfalls berichtete, war Hochegger zwischen 2005 und 2008 in der Suite des Wiener Hotels Intercontinental einquartiert – um stolze 5700 Euro im Monat. Laut Hocheggers Buchhaltung sollten sich die Kosten für dieses Luxus-Bleibe bis 2008 auf 303.000 Euro summieren. Bezahlt von der teilstaatlichen Telekom. Und somit von deren Kunden, Aktionären und der Steuerzahlern.

(Red)