Affäre Telekom Austria: Schwerer Verdacht gegen Kabinettschef der Innenministerin

Michael Kloibmüller soll Telekom-Informationspolitik in der Causa Mensdorff-Pouilly als „zu offensiv“ gerügt und Management vor „unangenehmen Konsequenzen“ gewarnt haben.

Spektakuläre Wendung in der Affäre Telekom Austria: Michael Kloibmüller, Kabinettschef von ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leiter, soll persönlich in die laufenden Ermittlungen eingegriffen haben. Im Rahmen einer Unterredung im Innenministerium am 12. August soll Kloibmüller anwesende Mitarbeiter der Telekom mittels unverhohlener „Warnungen“ eingeschüchtert haben. Dies geht aus einem profil zugespielten internen Aktenvermerk der Telekom hervor. Konkret soll Mikl-Leitners Kabinettschef die Informationspolitik des Konzerns in Zusammenhang mit früheren Zahlungen an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly, Ehemann der früheren ÖVP-Spitzenpolitikerin Maria Rauch-Kallath, als „zu offensiv“ gerügt und vor „unangenehmen Konsequenzen“ gewarnt haben. Nach profil-Recherchen soll Kloibmüller angedeutet haben, dass er gegebenenfalls für eine „Prüfung“ der früheren Telekom-Tochter Mobilkom (Telekom und Mobilkom sind heute ein gemeinsames Unternehmen) sorgen werde, in welcher der amtierende Telekom-Chef Hannes Ametsreiter seinerzeit im Vorstand saß. Kloibmüller bestätigt gegenüber profil online die Unterredung am 12. August, weist die Vorwürfe jedoch brüskiert zurück: „Das ist eine Sauerei, ich lasse mir das nicht gefallen. Es ging bei diesem Gespräch lediglich um eine Zusatzvereinbarung zur Übernahme von beamteten Telekom-Mitarbeitern.“ Selbstverständlich hätte er, Kloibmüller, keinerlei „wie immer gearteten Warnungen“ ausgesprochen.

Wenige Tage später erging eine weitere „Warnung“ an die Telekom Austria. Ein profil namentlich bekannter Mittelsmann des Innenministeriums soll dem Management avisiert haben, die Justiz hege den „dringenden Verdacht“, die Telekom würde Ermittler und Staatsanwälte telefonisch bespitzeln. Vorstandschef Hannes Ametsreiter informierte daraufhin das Präsidium des Telekom-Aufsichtsrates und leitete eine sofortige interne Untersuchung ein. Diese brachte jedoch keinerlei Ergebnisse. Ametsreiter gegenüber profil online: „Diese böswilligen Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Die Telekom hat niemanden abgehört und wäre dazu technisch auch gar nicht in der Lage. Das kann nur das Innenministerium.“ Zur Causa Kloibmüller wollte sich Ametsreiter nicht äußern.

Die ganze Story lesen Sie in der nächsten Ausgabe von profil, die am 29. August erscheint.