Ausgebremst?

Das Misstrauen der Grünen gegenüber der Aufarbeitung der Telekom-Malversationen sitzt tief. Derzeit arbeitet sich ein externes Untersuchungsteam unter der Leitung von BDO Deutschland durch die Bücher der Telekom, um etwa Akquisitionen und Immobiliengeschäfte unter die Lupe zu nehmen.

Die Grünen äußern nun einen unschönen Verdacht: Sie hätten vernommen, dass das nunmehrige Forensic-Team die interne Revision der Telekom bewusst von den Untersuchungen fernhalte. Wie berichtet, war bis Mai 2011 Deloitte gemeinsam mit der internen Revision auf der Spur nach fragwürdigen Machenschaften in der Telekom gewesen. Der 400 Seiten starke Prüfbericht von Deloitte liegt nun der Staatsanwaltschaft vor. Und hier setzen die Grünen wieder an: Ob es richtig ist, dass diese Erkenntnisse von der BDO überarbeitet werden sollen? In einer parlamentarischen Anfrage verlangen die Grünen Auskunft von der Finanzministerin, ob "Transparenz und die Aufarbeitung der Vorfälle“ innerhalb des börsennotierten Unternehmens wirklich gewährleistet sind.

Die Befürchtung der Grünen: Der Deloitte-Bericht könnte um politisch unangenehme Vorfälle bereinigt werden. Bernhard Nagiller, Sprecher von ÖIAG-Vorstand Markus Beyrer, in dessen Auftrag die BDO arbeitet, beteuert, der Leiter der internen Revision der Telekom sei "in den Prozess mit eingebunden, die Zusammenarbeit läuft professionell“. Auch habe man keineswegs vor, die Erkenntnisse von Deloitte zu überarbeiten: "Das jetzige Untersuchungsteam baut auf den bisherigen Erkenntnissen auf, vertieft diese und überprüft sie auf Plausibilität.“