Valorisiert

Peter Hochegger verschob 2007 fast 200.000 Euro an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger.

Die Unterscheidung war bisher selbst für eingearbeitete Journalisten ein Drahtseilakt. Peter Hocheggers Zentralgestirn in der Telekom-Affäre war eine Valora Unternehmensberatung und -beteiligung AG mit Sitz in Wien.

Über dieses Vehikel sollen zwischen 2000 und 2010 netto 7,5 Millionen Euro Telekom-Gelder ohne erkennbare Gegenleistungen versickert sein (inklusive Umsatzsteuer ergibt dies besagte neun Millionen Euro). Streng genommen war die Telekom der einzige nennenswerte Kunde dieser Valora AG. 2007 entfielen 83 Prozent der Umsätze auf die Telekom, 2008 waren es sogar 94 Prozent. Die Gesellschaft ist nicht zu verwechseln mit der Valora Solutions Projektbegleitung GmbH, an welcher zwischen 2007 und 2008 neben Hochegger auch Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger beteiligt waren. Vor allem KHG hat bisher jeden direkten Konnex zu Telekom-Zahlungen entschieden in Abrede gestellt. Das ist zu hinterfragen.

profil-Recherchen auf Grundlage von Daten aus Hochegggers Steuerakt zufolge überwies Hocheggers Valora AG jedenfalls im Jahresverlauf 2007 in Summe 186.000 Euro netto an die Valora Solutions – und das in vier Tranchen: einmal 100.000 Euro, einmal 50.000 Euro und zweimal je 18.000 Euro. Das bedeutet: Nachdem die Telekom schon 2007 de facto der einzige Auftraggeber von Hocheggers Valora AG war, kann es sich bei diesen Geldern nur um solche der Telekom Austria gehandelt haben. Das bedeutet auch: Eine Gesellschaft, an welcher der frühere Finanzminister und Eigentümervertreter der Telekom beteiligt war, wäre mit Telekom-Geldern gespeist worden. Bisher war nur bekannt, dass KHGs notorische „KMU-Roadshow“ 2002 mit 90.000 Euro von der Telekom subventioniert wurde.