Ulrichsberg-Treffen soll heuer doppelt so groß werden

Neuauflage des umstrittenen Heimkehrertreffens am Ulrichsberg in Kärnten. Der neue Organisator Hermann Kandussi will der Veranstaltung zu alten Ehren verhelfen: „Wir wollen ein europaweites Gedenken für die Gefallenen und Heimkehrer schaffen.“

Tatsächlich ist die Veranstaltung auch ein Fixpunkt für ehemalige SS-Mitglieder und Rechtsextreme. Kandussi will Neonazis laut eigenen Angaben fernhalten und stellte vergangene Woche einen Antrag an Finanzlandesrat Harald Dobernig, die bereits erhaltene Landesförderung von 11.000 Euro um 8000 Euro aufzustocken.

„Ich erwarte am 16. September bis zu 900 Gäste, das kos­tet“, sagt Kandussi. Im Februar hatte der Rechnungshof die Förderungen des Vereins Ulrichsberggemeinschaft, dessen Obmann Kandussi ist, scharf kritisiert. Der Verein hat von 2008 bis 2010 insgesamt 60.000 Euro an Landesgeld erhalten. Kritisiert wurden neben der Förderhöhe auch fehlende Prüfungen von Rechnungsabschlüssen. Das sei vor seiner Zeit gewesen, sagt Kandussi. Politiker aller Couleurs (außer den Grünen) hätten schon Interesse gezeigt, Landeshauptmann Gerhard Dörfler wolle ebenfalls teilnehmen, wenn es sein Terminkalender zulasse.

In den vergangenen Jahren war das Gestrigen-Treffen weitaus kleiner ausgefallen als zu seinen besten Zeiten unter Landeshauptmann Jörg Haider. 2009 hatte Verteidigungsminis­ter Norbert Darabos (SPÖ) die Teilnahme des Bundesheers an der Veranstaltung untersagt, nachdem der Handel mit NS-Devotionalien im Umfeld der Ulrichsberggemeinschaft aufgeflogen war.

(Red)