Verdacht um Mensdorff-Pouilly: Verbindung zu Siemens-Schmiergeld-Drahtzieher?

Nach "profil" vorliegenden Informationen stand der mutmaßliche Drahtzieher der Siemens-Schmiergeldcausa, Dr. Roland K., auch in Diensten von Mensdorff-Pouilly. Er überarbeitete in dessen Auftrag die Firmenkonten der Brodmann Business S.A. Das Unternehmen auf den British Virgin Islands steht im Verfügungsbereich Mensdorffs und wurde von den Behörden zuletzt im Zusammenhang mit mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen rund um den britischen Rüstungskonzern BAE Systems untersucht.

Roland K. gilt in Akten des deutschen Siemens-Schmiergeldskandals als "Spinne im Netz" und soll für Siemens Schmiergeld-Millionen zu Offshore-Firmen transferiert haben. Der 54-jährige Niederösterreicher starb im Herbst 2008 bei einem Jagdunfall durch eine Kugel aus der eigenen Flinte. Mensdorff war einst für Siemens in Ungarn als Berater tätig.

Die Staatsanwaltschaft Wien will nun etwaige Verbindungen zwischen Mensdorff und der Siemens-Affäre prüfen. Das bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, gegenüber "profil".

Ein prominenter Name taucht auch auf der Payroll eines weiteren BAE-nahen Unternehmens auf: Ex-Luftwaffen-Chef Josef Bernecker arbeitete demnach gemeinsam mit Mensdorff als Berater für die Schweizer Firma Valurex. Bernecker bestätigte dies auch schon. Sein Name findet sich weiters in einem internen BAE-Papier, das den Gripen-Deal in Tschechien und Ungarn betrifft, und dem schwedischen Fernsehen zugespielt wurde.

Lesen Sie mehr über den mutmaßlichen Drahtzieher der Siemens-Schmiergeldcausa im profil 18/09!