Videmus Papam!

Vor der Privataudienz des Papstes für eine heimische Politikerdelegation musste Reiseleiter Andreas Khol noch einiges abklären.

Khol: Also: Wir nähern uns dem Heiligen Votta in demütiger Haltung, dann küssen wir sein Ring …
Cap: I schleck da drin oba sicher nix ab.
Khol: Du kimmscht mir da sowieso nit eini. Wenigstens heut hättst dir a Krawattl umbinden können.
Cap: De Revolution an de Bourgeoisie verraten? Ausgrechnet i? Niemals!
Khol: I werd für di beten. Ma muss ja gerade für die geringsten Brüder was tun.
Van der Bellen: Horcht der da oben eigentlich noch auf di, wo du ihn do net in der Verfassung unterbracht hast?
Khol: Wahrlich, ich sage dir: Des Fegefeuer isch dir gewiss. Und den andern roten Socken a.
Gusenbauer: Immerhin warn der Pepi und i beide Ministranten.
Scheibner: Des seids ja heut a no.
Gusenbauer: Weißt du, wie grausam des Alte Testament is? Vor allem, wenn ma’s auf’n Schädel kriegt.
Khol: Und am Anfang sagts ihr gfälligst schön „Grüß Gott“ und net „Tag“ oder so.
Van der Bellen: I könnt mir vorstellen, dass des dem Papst so was von wurscht is.
Khol: Oba mir nit! Da bin i päpstlicher.
Cap: Wo eigentlich net?
Gusenbauer: Soll ma dein Ring a abschmusen?
Scheibner: Der is sicher nix für di. Der schmeckt net nach Moskau.
Gusenbauer: Aha. Du hast also scho gekostet.
Khol: Ihr machts mi narrisch, Himmelkruzifix noch amol!
Cap: Fluchen! Und des im Vatikan!
Khol: Bitte, machts ma ka Schand da drin. Bitte net!
Gusenbauer: Du, Andi? Glaubst, hat er an Messwein
offen?